Trotz starker Leistung reicht es nicht zum Titel für die DHC-Damen

Hockey Final Four : Enttäuschung — „nur“ Vize-Meister

Trotz einer starken kämpferischen Leistung reicht es letztlich nicht zum Titel für die DHC-Damen beim Final-Four in Krefeld.

Es war die größte Bühne für den nationalen Hockeysport. Das Endspiel um die Deutsche Feldhockey-Meisterschaft bot in Krefeld großartige und spannende Sport-Unterhaltung vor einem großen Publikum (3200 Zuschauer). Den Damen des Düsseldorfer HC war nach dem Finale allerdings nicht nach Freude und Stolz über eine tolle Leistung zumute. Das Team von Nico Sussenburger hatte erst nach Shoot-out gegen den Hamburger Club an der Alster mit 2:4 verloren.

Es war die Enttäuschung pur nach dem umgedrehten Ergebnis aus dem Hallen-Endspiel um den nationalen Titel gegen den selben Gegner. „Es ist der Wahnsinn, dass wir trotz des Verletzungspechs in den vergangenen Wochen das Finale erreicht haben“, sagte Lisa Steindor vom DHC nachdem bei ihr der erste Frust gewichen war. Sie hatte das Finale sogar mit einem Muskelfaserriss bestritten. „Ich bin trotzdem unglaublich stolz auf unsere Mannschaft.“ Für die Düsseldorferinnen wäre es der erste nationale Titel auf dem Feld gewesen, die Hamburgerinnen verteidigten ihren im Vorjahr erreichten Erfolg.

„Am Ende fehlte uns das Glück und die Gegnerinnen hatten einfach in diesem Finale die besseren Nerven“, sagte Nico Sussenburger. „Es ist schon ein wenig ungerecht, wenn eine ganze Saison dann in 60 Minuten entschieden wird. Letztlich sind wir zwar Vizemeister, aber auch als Zweiter der erste Verlierer.“ Aber der DHC-Trainer musste zugeben, dass der Club an der Alster den Titel verdient gewonnen hatte, weil dieser im Finale das Spiel gemacht hat und nur selten selbst in Gefahr gekommen war.

„Über die gesamte Spielzeit gesehen, hatte Alster sicher mehr Chancen. Aber wir hätten das Penaltyschießen offensiver mitgestalten müssen, da waren wir etwas zu mutlos“, sagte Sussenburger. „Ich bin aber mit der Gesamtleistung meines Teams sehr zufrieden, bedenkt man, dass wir heute fünf Spielerinnen im Team hatten, die kaum noch gehen konnten.“

Sabine Markert hatte
den DHC in Führung gebracht

Alster hatte von Beginn an in diesem Finale die Kontrolle und drückte den DHC hinten rein. Doch mit dem ersten Gegenangriff holte der DHC die erste Ecke (6.), die als Stechervariante zur zweiten führte. Die verwandelte Sabine Markert direkt halbhoch zum 1:0 (6.). Ein Ballverlust im Düsseldorfer Aufbau führte zu Beginn des zweiten Viertels zum Ausgleich, als Felicia Wiedermann mit der Rückhand über die rausstürzende Torfrau Nathalie Kubalski hinweg zum 1:1 (17.) traf.

Alster drückte, aber der DHC, der am Vortag im Halbfinale Mannheim mit 3:2 bezwungen hatte, hielt stand und versuchte es auch mit nachlassenden Kräften noch mit Kontern.

Im Penaltyschießen traf nur Elisa Gräve zum zwischenzeitlichen 2:2, während die Hamburgerinnen eiskalt zuschlugen und durch Viktoria Huse letztlich gegen Kubalski zum entscheidenden Treffer kamen. Zwischenzeitlich hatte Emma Heßler einen Siebenmeter nach einem Stockfoul der Alster-Torhüterin an Pia Lothak nicht verwandeln können.

Nico Sussenburger wird mit seiner Mannschaft einen neuen Anlauf nehmen: „Die Mannschaft bleibt zusammen“, kündigte er an.

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