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Tischtennis: Preuß - "Wir möchten das Niveau halten"

Tischtennis: Preuß - "Wir möchten das Niveau halten"

Borussias Manager Andreas Preuß erhofft weiteren Schub durch eine Olympiamedaille.

Düsseldorf. Während sich Timo Boll, Christian Süß und Dimitrij Ovtcharov ebenso auf Peking vorbereiten wie Neu-Borusse Marco Freitas und die Ex-Borussen Petr Korbel und Jun Mizutani, ist im Tischtenniszentrum am Staufenplatz nicht etwa Ruhe eingekehrt. Das und einiges mehr verrät im WZ-Interview Borussias Manager Andreas Preuß, der seit diesem Jahr auch Vorsitzender des Ligaausschusses der Tischtennis-Liga ist.

Herr Preuß, wie läuft für Sie die Zeit vor und während Olympia?
Preuß: Ab Ende Juli haben wir hier Lehrgänge zur Olympia-Vorbereitung - da sind erst die Damen und dann die Herren fast aller europäischen Starter hier. Am 1.August gibt es dann ein Olympia-Vorbereitungsturnier, passend zu unseren "Kids Open", dem traditionellen großen Kinder-Turnier. Das haben wir extra auf Anfang August vorverlegt, um den Nachwuchs mit den Stars in Verbindung zu bringen.

Werden die drei Borussen auch aus Ihren Reihen betreut?
Preuß: Nur manchmal kümmert sich Trainer Dirk Wagner um die drei deutschen Spieler, wenn sie ein paar Tage hier sind. Im Moment sind sie im Urlaub, dann folgen Lehrgänge auf Borkum, in Frankfurt und bei uns. Dann geht es nach Olympia so weiter - ein paar Wochen darauf startet die Vorbereitung auf die EM im September in Russland.

Wie nehmen Sie und Ihre Mitarbeiter an Olympia teil?
Preuß: Unser Verwaltungsratsvorsitzender Hans-Wilhelm Gäb fliegt hin, auch Paul-Otto Faßbender (Arag) schaut sich vor Ort unsere Jungs an. Von den übrigen hier aber keiner. Es ist der Haupt-Arbeitsmonat für uns. Das Hotel ist ausgebucht, es gibt Lehrgänge, dazu die organisatorische Saisonvorbereitung. Das ist aber nicht schlimm: Ich war bei Olympia in Barcelona dabei und hätte von meinen Spielern im Fernsehen mehr zu sehen bekommen.

Ist denn die Planung für die neue Saison soweit abgeschlossen?
Preuß: Unsere großen Sponsoren Arag, Metro, Sparkasse und Butterfly haben mindestens für ein Jahr laufende Verträge. Bei kleineren Sponsoren ergibt sich vielleicht noch was. Das könnte von einer geplanten Magazin-Sendung im DSF abhängen, die uns 25 Stunden Tischtennis in der Saison garantieren soll.

Merken Sie denn auch einen Schwung auf dieser Ebene durch Meistertitel und Pokalsieg?
Preuß: Ja natürlich, auch wenn dadurch nicht direkt die Kasse klingelt. Um Sponsoren zu gewinnen, braucht es Zeit. In den vergangenen Monaten sind aus zehn losen Kontakten fünf gute Abschlüsse für uns geworden.

Fühlen Sie sich mit der Borussia gegenüber den anderen Teams - sportlich und wirtschaftlich - nicht zu weit enteilt?
Preuß: Man kann nie zu weit enteilt sein. Keiner kann uns hindern, ein höheres Niveau anzustreben. Ich bin sicher, dass Klubs wie Fulda und Ochsenhausen in der kommenden Saison folgen. Die haben es schon ähnlich erfolgreich mit größeren Hallen und mehr Präsenz probiert.

Hat sich der Tischtennis-Sport vielleicht zu viel vorgenommen?
Preuß: Wir können ja nicht in Frustration erstarren, weil zum Beispiel der Fußball so mächtig ist. Bei der Borussia möchten wir unser Niveau halten, sicher ist es nicht ohne Ende ausdehnbar, und es wird auch keine sieben Spiele mit 4000 Zuschauern in der Saison geben. Aber immerhin waren auch zu unbedeutenderen rund 700 in der Halle. Die Verpflichtung von Timo Boll hat uns einen Schub gegeben, alle Auswärtsspiele waren ausverkauft. Wir wollen den Weg mit tollen Veranstaltungen weiter gehen, in Planung ist ein Spiel im Flughafen von Weeze. Außerdem glaube ich fest an eine Medaille für unsere Jungs in Peking, was dem Sport einen zusätzlichen Schub gibt.