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Tischtennis: Nur ein kleines Trostpflaster

Tischtennis: Nur ein kleines Trostpflaster

Im zweiten Halbfinale vermisste Borussias Düsseldorfs Trainer Dirk Wagner den unbedingten Siegeswillen.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Für Bartosz Such sollte das zweite Bundesliga-Halbfinale in Frickenhausen kein Abschiedsspiel werden. Daran wollte und sollte der Pole selbst etwas ändern. Doch er konnte nicht, weil vor seinem Einzel-Einsatz nach zwei verlorenen Doppeln und der Niederlage von Mannschaftskollege Christian Süß die Entscheidung bereits gefallen war. Nach dem 3:6 im Hinspiel langte es für die Tischtennis-Profis der Borussia wenigstens noch zu einem 5:5. "Das Spiel haben wir schon eine Woche vorher verloren", sagt Trainer Dirk Wagner, "leider war es für uns nicht wirklich zu sehen, dass alle noch an das Wunder geglaubt haben." Damit meinte Wagner vor allem Christian Süß, der beide Einzel verlor. Aber auch Jun Mizutani quälte sich mehr durch die - allerdings bedeutungslosen - Duelle im unteren Paarkreuz. Im Doppel hatten sogar alle vier Spieler versagt. Recht Emotionslos hatten sich Süß, Mizutani, Petr Korbel und Danny Heister in ihr Schicksal ergeben. Offenbar schwirrten die Pro-Tour-Turniere in Korea (14. bis 17. Juni) und Japan (21. bis 24. Juni) schon durch die Köpfe. Die finden an den Wochenenden statt, an denen sich der TTC Grenzau und Borussia-Bezwinger TTC Frickenhausen um die Deutsche Meisterschaft streiten. "Die waren mit den Gedanken schon im Flieger", sagt Trainer Wagner.

Zumindest Bartosz Such gelingt ein versöhnlicher Abschied

Wenigstens gelang Bartosz Such nach nur einem Jahr in Düsseldorf mit einem Sieg gegen Patrick Baum ein versöhnlicher Abschied, der seiner Borussia das Unentschieden sicherte. Mehr aber auch nicht: Statt sich in diesen Tagen auf die Finalspiele vorzubereiten, packt "Suschi" seine Sachen und räumt seine Wohnung aus. In den kommenden Wochen erwartet seine Freundin das erste Kind, und deshalb kehrt der 24-Jährige in sein Heimatland Polen zurück und wird dort die kommenden zwei Jahre bei einem Erstligisten spielen. "Danach würde ich aber gerne wieder in die Bundesliga zurückkehren, wenn unser Kind groß genug zum Umsiedeln ist", sagt Such.

Auch für Danny Heister heißt es Abschied nehmen. Der Vertrag des Niederländers wurde nicht verlängert. Der 35-Jährige unterschrieb für zwei Jahre beim niederländischen Erstligisten in Rotterdam und ist dort ab sofort als Verbandstrainer zuständig für die Herren und den männlichen Nachwuchs seines Heimatlandes. Das bedeutet, dass er den Urlaub streichen kann, denn es geht um die Vorbereitung auf die Jugend- und Schüler-Europameisterschaften.

Im kommenden Jahr muss der Meistertitel mit Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov Pflicht sein, der Champions-League-Sieg ist das erklärte Ziel. Es kann (und muss) nur besser werden. Korbel, Süß und Mizutani werden sich nicht hinter Boll verstecken oder den Gewinn eines zweitklassigen Titels als großen Erfolg feiern können. Bolls Kommen hebt die Ansprüche an den gesamten Klub - und somit auch an jeden Spieler, der zum Wohle der Borussia stets sein Bestes geben muss.