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Tischtennis: Die Borussia trifft auf einen alten Bekannten

Tischtennis: Die Borussia trifft auf einen alten Bekannten

Der in Düsseldorf wohnende Frank Müller ist Manager des Gegners aus Würzburg. Mit Sticheleien heizt er die Partie an.

Düsseldorf. Frank Müller ist im Tischtennis-Geschäft nie um einen Spruch verlegen - selten treffend, mal verletzend, oft unpassend. Der in Düsseldorf wohnende Manager, Sponsor und Gelegenheits-Spieler des Bundesligisten Würzburg hatte die Tischtennis-Liga als "tot" bezeichnet, weil die Borussia die Nationalspieler Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov verpflichtet hatte. Vor dem Duell am Sonntag in der Heuchelhofhalle (14 Uhr) widerspricht Borussias Manager Andreas Preuß energisch: "Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die Liga ausgeglichen ist."

Allerdings sind die Düsseldorfer wie erwartet Erster mit zwei Siegen. Die Würzburger sind nach zweimal 5:5 in Gönnern und gegen Ochsenhausen Vierter, und Frank Müller spielt seine Rolle als Experte für böse Sticheleien weiter: "Gegen Düsseldorf haben wir keine Chance, so wie alle anderen auch. Das Ding kann im Extremfall sogar 0:6 ausgehen." Seine Rolle ist schon einige Jahre alt - einst spielte er in Borussias zweiter Mannschaft und schied im Unfrieden vom Staufenplatz. Auch wenn die Beteiligten nicht mehr so gerne darüber sprechen und die Zeit seitdem wohl einige Erinnerungen verfälscht hat, pflegt Müller die Rivalität zur Borussia.

Beim zweiten ETTU-Pokal-Finale im vergangenen Frühjahr erschienen seine Würzburger wutentbrannt nicht zur Siegerehrung, weil sie sich vom Schiedsrichter benachteiligt fühlten. Der Unparteiische hatte falsche Aufschläge des Würzburgers Leung aberkannt und ihn aus dem Rhythmus gebracht. Petr Korbel gewann den Satz, der für die Borussia nach 0:2-Rückstand und dem 3:1 im Hinspiel den Titelgewinn bescherte. Müller sprach nachher von "Betrug", dass er "nie wieder mit einer Mannschaft in Düsseldorf antreten werde" und sogar überlege, sich aus dem Tischtennis zurückzuziehen.

Davon ist jetzt nicht mehr die Rede. Zwar war die Verpflichtung des Hongkong-Chinesen Ko Lai Chak nur strategischer Natur, um in der Champions League anhand der Weltranglistenpositionen besser gesetzt zu werden - der Asiate dürfte wohl kaum für die Würzburger zum Einsatz kommen. Aber im Chinesen Ling Wei Chao holte Müller einen weiteren Neuen für das obere Paarkreuz, der bisher eine 2:2-Bilanz hat. Auch Tan Ruiwu und Evgenij Chtchetinine stehen bei 2:2, während Thomas Keinath ein 3:1 erspielt hat. Einzig die Doppel (Tan/Li 2:2, Chtchetinine/Fan 0:2) scheinen schwächer zu sein.