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Timo Bornemann: Vom Joker zum Stammspieler

Fußball : Bornemanns Offensiv-Flexibilität ist für ihn Fluch und Segen zugleich

Timo Bornemann hat sich einen festen Platz in der Mannschaft von Fortunas Regionalliga-Fußballern erkämpft.

Timo Bornemann sitzt vor einer rot-weiß gestrichenen Wand und grinst breit in die Kamera. In seiner rechten Hand hält er einen Stift, vor ihm auf dem Tisch liegt der Vertrag, den der Angreifer von Fortunas Regionalliga-Fußballern wenige Augenblicke zuvor unterzeichnet hat. Anfang Mai – inmitten der von großer Ungewissheit geprägten Phase der Corona-Pandemie – besiegelt Bornemann seinen Verbleib bei den Flingernern.

„Eigentlich war früh klar, dass ich verlängere“, erzählt der 19-Jährige nun, „ich wollte Sicherheit für mich haben. Und Fortuna war die einzige Option, die für mich sicher war.“ Dabei lief die vergangene Saison für Bornemann kaum zufriedenstellend. Zu Beginn verbrachte der Jungspund viel Zeit auf der Auswechselbank und kam über die Rolle des Jokers nicht hinaus. Erst in den letzten Partien vor dem Abbruch der Spielzeit erkämpfte er sich einen Platz in der Startelf.

„Ich hatte Startschwierigkeiten“, sagt Bornemann rückblickend. „Obwohl ich in der Regionalliga eigentlich richtig gut klar kam und mir viel zugetraut habe.“ Bereits in seinem letzten A-Jugend-Jahr hatte der gebürtige Ratinger vier Partien für die „Zwote“ absolviert, zwei Tore erzielt und einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Allein: Zu Beginn der vergangenen Saison, seiner ersten als fester Bestandteil des Regionalliga-Kaders, half ihm das wenig.

Jetzt blickt er lieber nach vorne. „Ich versuche, noch mehr Verantwortung zu übernehmen und wichtiger für die Mannschaft zu werden“, sagt er. „Lauter auf dem Platz zu sein, die anderen mitzuziehen – und mehr Tore zu schießen.“ In der vergangenen Spielzeit verbuchte Bornemann vier Treffer auf seinem Konto, nun visiert er einen größeren Ertrag an.

Allerdings befindet sich der 19-Jährige in einer Zwickmühle: Seine Vielseitigkeit in der Offensive ist Fluch und Segen zugleich. Bornemann kann sowohl im Sturmzentrum als auch auf der rechten Außenbahn spielen – oder als hängende Spitze. Er selbst betrachtet die Angelegenheit diplomatisch: „Ich sehe mich zwar eher als Stürmer, doch es ist wichtig, dass man flexibel ist. Um den Sprung nach oben zu schaffen, muss man zwei, drei Positionen spielen können.“ Ob Bornemann der Sprung – ins Profigeschäft – gelingt, wird die Zukunft zeigen. Sein mittelfristiges Ziel ist klar: „Ich versuche, die Saison verletzungsfrei zu überstehen und möchte dann den nächsten Schritt machen“, betont er. Alles auf eine Karte setzt der Offensivspieler gleichwohl nicht. Daher hat Bornemann ein Studium der Wirtschaftsinformatik aufgenommen. „Das ist zukunftssicher und macht mir Spaß“, sagt er. Zwei Tage nimmt das Studium pro Woche in­Anspruch, ansonsten liegt der Fokus auf Fußball.

Die „Zwote“ spielt am Samstag (14 Uhr, Paul-Janes-Stadion) gegen den VfB Homberg.