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Thomas Flath: „Die richtige Balance ist wichtig“

Thomas Flath: „Die richtige Balance ist wichtig“

Thomas Flath hat in Brasilien gearbeitet und weiß, worauf es ankommt.

Düsseldorf. Das Aus des Vizeweltmeisters Italien verfolgte Thomas Flath im Land des aktuellen Weltmeisters. Auch im Urlaub in Spanien schaltet der langjährige Nachwuchstrainer der Fortuna nicht vom Fußball ab. „Es ist eine spannende und interessante WM, die noch für die eine oder andere Überraschung sorgen wird“, glaubt Flath, der mittlerweile die U 17-Junioren von Borussia Mönchengladbach trainiert. Die bisher guten Auftritte der vermeintlich kleinen Fussballnationen wie Costa Rica oder Ecuador sind für den Fußballlehrer kein Zufall. „Taktisch und physisch haben nahezu alle Nationen aufgeschlossen“, sagt Flath. Das Erfolgsgeheimnis der süd- und mittelamerikanischen Teams sieht der 50-Jährige im psychischen Bereich. „Sie treten alle sehr selbstbewusst auf, glauben an ihre Qualitäten und sind darauf fokussiert, ihre Chance zu nutzen.“

Thomas Flath weiß auch ganz genau, worauf es in Brasilien im Umgang mit den herausfordernden klimatischen Bedingungen ankommt. Denn der Fachmann war vor einigen Jahren selbst in Brasilien tätig. „Man muss die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive finden“, erklärt Flath.

Das deutsche Team kann und muss sich in den Augen Flaths noch steigern. „Ich hoffe, dass Joachim Löw in den kommenden Partien flexibler in der Spielsteuerung wird und auf Veränderungen in der Dynamik eines Spiels reagiert“, sagt Flath. „Zudem wünsche ich mir, dass wieder im 4-2-3-1-System mit Mesut Özil im Zentrum hinter einer Spitze gespielt wird. Da stimmen einfach die Automatismen, und die Qualitäten unserer offensiven Akteure kommen zur Geltung.“ Mit Phillip Lahm als Rechtsverteidiger und einem im Umschaltspiel noch aufmerksameren Toni Kroos im Mittelfeld könne die DFB-Auswahl so noch „zur größten europäischen Konkurrenz für die Süd- und Mittelamerikaner“ reifen. Schon die Begegnung mit den USA am Donnerstag könnte dabei „das Schlüsselerlebnis“ sein, das es für ein erfolgreiches Turnier brauche. Das Finale traut Thomas Flath dem deutschen Team durchaus zu. Dann könnte es vielleicht auch gegen Chile gehen. „Sie haben mir schon vor der WM gut gefallen. Chile hat eine gute Ordnung, spielt offensiv, ist aggressiv und hat Herz. Schlagen sie im Achtelfinale den Topfavoriten Brasilien, dann ist alles möglich.“