Sobottka: Wir schenken kein Spiel ab

Sobottka: Wir schenken kein Spiel ab

Fortunas Mittelfeldspieler ist heiß auf die „Meisterfelge“ und will am Sonntag nach dem Spiel mit den eigenen Fans feiern. Die Bundesliga spielt im Kopf noch keine Rolle.

Diese Frage löst bei Marcel Sobottka nur ungläubiges Kopfschütteln aus. „Ist das letzte Saisonspiel in Nürnberg am Sonntag nur noch ein lästiges Übel nach den Feierlichkeiten und vor der Bundesliga-Rückkehr?“ Wer Fortunas Mittelfeld-Motor kennt, der weiß, dass der 24-Jährige nicht anders kann, als immer ganz eng an die Leistungsgrenze heranzugehen. „Es geht doch noch um etwas. Und wir sind alle Sportler genug, um diese Meisterfelge gewinnen zu wollen“, sagt Sobottka. „Wir schenken kein Spiel ab, das entspricht nicht unserem Naturell. Es soll nicht unbedingt ein schönes Spiel werden, wir wollen gewinnen.“

Auf die Stimmung im Max-Morlock-Stadion freut sich der 24-Jährige dennoch, vor allem darauf, dass mehr als 4000 Düsseldorfer dabei sein werden. „Allein das ist schon Motivation genug, um alles zu geben“, sagt er. „Die Hütte wird brennen.“ Dazu muss seine Mannschaft noch etwas konzentrierter agieren als gegen Kiel. „Am besten kassieren wir kein Gegentor, dann hätten wir auch gegen Kiel gewonnen.“ Dazu müsse seine Mannschaft aber noch kompakter stehen. „Wir haben da insgesamt zu viele Eckbälle gegen uns bekommen“, sagt Sobottka, der sich zudem noch mehr Ruhe im Spiel seiner Mannschaft wünscht. „Danach ist kein Spiel mehr, es gibt keine Ausrede dafür, wenn wir nicht Vollgas geben würden.“

Das Wort „Partycrasher“ will Sobottka eigentlich vermeiden. Aber er hätte nichts dagegen, wenn eine rot-weiße Minderheit am Valznerweiher am Sonntag nach Abpfiff den Sieg feiern könnte. Als Auswärtsmannschaft könne man ein wenig defensiver auftreten, noch kompakter sein und den Gegner entsprechend locken. Da könne man auch mal den Ball länger hintenrum laufen lassen. „Wichtig wäre auf jeden Fall, wenn wir in Führung gehen können. Das haben wir ja im Hinspiel gesehen“, sagte Sobottka und erinnerte an die 0:2-Niederlage gegen sehr starke Franken im Hinspiel, was aber in den Hinterköpfen der Spieler keine Rolle mehr spielt.

Aber selbst bei einer Niederlage beim Club wäre die Saison für Marcel Sobottka ein Riesenerfolg. Trotz der paar Schwächephasen habe sich die Mannschaft der Fortuna sehr gut entwickelt. „Dass wir so viele Spiele nach einem Rückstand noch umgebogen haben, spricht für eine Supper-Truppe“, sagt Fortunas Mittelfeldspieler. „Wir sind als Team sehr zusammengewachsen. Und dazu gehören Spieler, Trainer und die Leute drumherum.“ Nicht umsonst haben die Spieler auch außerhalb des Fußballs viel miteinander unternommen. Und dabei ging es (noch) nicht um das Thema: wie werden wir in der Bundesliga abschneiden.

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