Rudern: Breitensport mit dem Olympiasieger

Rudern: Breitensport mit dem Olympiasieger

Mehr als 850 Athleten beim „Rheinmarathon“ des RC Germania.

Düsseldorf. Es ging zu wie im Taubenschlag. In schöner Unregelmäßigkeit kamen die Boote am Landungssteg an. 170 Mal mussten die Helfer ein Ruderboote aus dem Rhein an Land hieven und dafür sorgen, dass die Ruderer den Steg möglichst schnell verlassen, um Platz zu schaffen für die nächsten. Für die erfahrene Helfer-Crew beim „Rheinmarathon“ des RC Germania war die stressfreie Hektik am Nadelöhr zwischen Wasser und Land Routine. Zum 41. Mal machten sich ruderbegeisterte Breitensportler auf dem Rhein auf den Weg von Leverkusen zum Germania-Klubhaus in Hamm. Wobei die Attraktivität der Langstreckenregatta auch auf Leistungssportler ausstrahlt.

So war auch Achter-Olympiasieger Lukas Müller dabei. „Für meinen Heimatverein mache ich das gern“, meinte der 2,08-Meter-Hüne. Mit in „seinem“ Doppelfünfer saß Chris Covey vom Rob Roy Boat Club aus Cambridge. Der 27-Jährige überquerte vor zwei Jahren gemeinsam mit fünf Ruderkollegen den Atlantik von Teneriffa nach Barbados. Mit knapp 32 Tagen stellten sie einen neuen Weltrekord auf. Zum Gesamtsieg reichte es am Sonntag trotzdem nicht. Nach mehr als 42 Kilometern auf dem Rhein trennten die Müller-Crew und den Vierer der Renngemeinschaft Karlsruher RK Alemannia/RC Hamm/RC Nürtingen/Ulmer RC Donau gerade mal eine Sekunde. Mit 2:08:14 Stunden musste sich die Germania/Rob Roy-Kombination hauchdünn geschlagen geben.

„Ich ärgere mich total. Die eine Sekunde wäre noch drin gewesen“, meinte der mehrfache Deutsche Meister Stephan Ertmer, der gemeinsam mit Müller und Covey heftig an den Riemen gezogen hatte. Sonst gab es keine Besonderheiten. Auch, dass Rekordteilnehmer Uli Heyse direkt nach seiner Zielankunft seinen Abschied bekannt gab, ist nichts Außergewöhnliches. „Ich habe 41 Mal teilgenommen, und 41 Mal habe ich anschließend gesagt: Nie wieder“, sagte Heyse schmunzelnd.

Auch die restlichen rund 850 „Rheinmarathonis“ aus Irland, Schweden, England, Holland, Frankreich und Deutschland kamen trotz des schlechten Wetters wohlbehalten an. Ein schöner Abschluss für die größte Ruder-Breitensportveranstaltung Deutschlands.

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