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WM in Düsseldorf: Roßkopfs Hoffnung: Neuer Tischtennis-Boom

WM in Düsseldorf : Roßkopfs Hoffnung: Neuer Tischtennis-Boom

Düsseldorf (dpa) - Tischtennis-Bundestrainer Jörg Roßkopf verspricht sich von der Heim-WM in Düsseldorf, dass seine Sportart in Deutschland wieder so populär wird wie noch zu seiner aktiven Zeit.

„Wir erhoffen uns zumindest einen kleinen Boom von dieser WM. Unser Ziel ist, dass vor allem Kinder sehen: Das ist ein toller Sport“, sagte der Doppel-Weltmeister von 1989 und Einzel-Europameister von 1992 im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Die Einzel-Weltmeisterschaften auf dem Düsseldorfer Messe-Gelände beginnen am Montag und dauern genau eine Woche. „Auch diesmal haben wir viele Eisen im Feuer, die in wirklich guter Form sind. Die Heim-WM wird ihnen jetzt noch einmal eine zusätzliche Motivation geben“, sagte Roßkopf. „Natürlich erwarten alle, dass die Chinesen am Ende wieder überall vorne stehen werden. Aber meine Spieler wissen: Auch die sind schlagbar. Es ist alles möglich im Sport. Wir wollen in allen Wettbewerben um die Medaillen mitspielen.“

An der Spitze sieht der 48-Jährige das deutsche Tischtennis mit Stars wie Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov „sehr gut aufgestellt. Selbst dahinter haben wir noch gute Spieler, die alle zu den Top 60, 70 der Welt gehören. Da sind wir zusammen mit den Japanern die beste Nation nach China“, erklärte der Bundestrainer.

Tischtennis habe in Deutschland aber das gleiche Problem wie alle anderen Sportarten, die im Schatten des Fußballs stehen. „Uns fehlt es im Mini- und Talente-Bereich. Kinder von der Tischtennis-Platte auf dem auf dem Schulhof in den Verein zu bewegen, dieser Transfer ist schwierig“, sagte Roßkopf. „Wir Trainer müssen die Kinder abholen und sie in die Hallen bringen. Von alleine kommt keiner mehr. Von alleine gehen sie nur zum Fußball.“

Ohne eine erfolgreiche Nachwuchsförderung sei es auf Dauer nicht möglich, die große Dominanz der Chinesen im Tischtennis zu brechen. „In China fängt ein junger Spieler mit fünf Jahren an, bei uns mit neun oder zehn Jahren“, erklärte Roßkopf. „Das heißt, dass ein chinesisches Talent in den meisten Fällen schon einmal einen Vorsprung von fünf Jahren sehr gutem Training hat. Es wird mit 15, 16 Jahren schon in den Herren-Kader integriert und mit 17, 18 Jahren eine Granate sein.“ Aufgeben will der Bundestrainer jedoch nicht. „Wir wissen um das Problem. Und wir hoffen, dass wir bald schon wieder den neuen Timo Boll oder Dimitrij Ovtcharov finden.“