Neuss/Düsseldorf verliert etwas zu hoch in Lübeck

Zweitliga-Handball : Vikings halten beim Favoriten lange mit

Handball In Lübeck verliert der Zweitligist 19:24, spielt aber lange Zeit auf Augenhöhe.

Vielleicht drängte sich für neutrale Besucher der Eindruck auf, als hätten die Spieler des HC Rhein Vikings nicht so recht an ihre Chance geglaubt, aus Lübeck etwas mitzunehmen. Doch die Umstände mit der verkürzten Trainingswoche und der langen Anfahrt in den Norden wirkten sich immer stärker aus, je länger das Spiel dauerte. Beim 19:24 (9:13) schlichen sich am Ende zu viele Unkonzentriertheiten, leichte Ballverluste und überhastete Angriffe ein, um beim Favoriten mehr als die erwartbare Niederlage zu kassieren. In der ersten Hälfte lagen die Vikings sogar zwischenzeitlich in Führung, verspielten diese bis zur Halbzeit und lagen dann bereits mit dem ersten Treffer nach der Pause mit 9:14 zurück.

„Wir sind gut ins Spiel gekommen, und wir befanden uns lange auf Augenhöhe mit diesem starken Gegner“, erklärte der Trainer der Vikings, Ceven Klatt. „Kurz vor dem Ende vergeben wir beim 18:19 zwei 100-prozentige Chancen und schafften es nicht mehr, heranzukommen.“ Da waren nach einer kämpferisch starken Leistung die Kraftreserven aufgebraucht. „Das war schade, aber ich mache den Jungs keinen Vorwurf“, sagte Klatt.

In der Abwehr wurde sogar sehr gut gearbeitet, auch wenn einige Bälle, die abgewehrt wurden oder abprallten immer wieder unglücklich den Weg zum Gegner fanden. Vladi Bozic im Tor hatte ebenfalls einen guten Tag. Aber auch mehrere Tempogegenstöße wurden überhastet vergeben. Zwar machte der Gastgeber ebenfalls einige Fehler und ließ die Düsseldorfer wieder auf den einen Treffer Abstand herankommen. Es gelang dann aber nicht, den Bock ganz umzustoßen und auszugleichen. Allerdings trafen Ivan Milas und Ali Oelze auch nicht so zuverlässig, wie es ihnen zuletzt gelang.

Während sich das Fehlen von Miladin Kozlina in der Abwehr durch die hervorragende Arbeit von Bennet Johnen und Thomas Bahn nicht so entscheidend bemerkbar machte, fehlte also im Angriff das letzte Quäntchen Glück. „Es hätte schon alles passen müssen, damit wir hier was mitnehmen“, sagte der Vikings-Coach, der aber vieles gesehen hat, worauf er aufbauen kann.

Vikings: Bozic (Moldrup) - Artmann, Skorupa, Hoße (3/3), Weis, Johnen (6), Coric (1), Handschke (2), Milas (2), Bahn, Pedragovic (2), Oelze (2), Görgen (2), Midell; Schiedsrichter: Blümel, Loppaschewski; Zuschauer: 1789; Strafminuten: Lüb.: 10, Vikings: 10