Kiel zeigt HSG die Grenzen auf

Kiel zeigt HSG die Grenzen auf

Die Gäste aus Düsseldorf können nur in der ersten Hälfte mithalten. Der Meister aus Kiel tritt nur mit einer B-Mannschaft an.

Kiel. "Wunder gibt es immer wieder", hat Katja Ebstein einst gesungen. Dass allerdings die HSG Düsseldorf beim THW Kiel gewinnt, käme dann doch der Sichtung eines Eisbären am Südpol nahe. Folglich trat Dienstagabend das ein, was vorherzusehen war.

Die Spieler von Interimstrainer Ronny Rogawska mussten sich vor 10 250 Zuschauern in der wie immer ausverkauften Ostseehalle mit 30:42 (16:21) geschlagen geben. "Der THW hat eben ein Weltklasseteam", sagte Ronny Rogawska und ergänzte: "Mir ging es deshalb vor allem darum, dass die Mannschaft meine taktischen Vorgaben umsetzt sowie in Abwehr und Angriff diszipliniert spielt."

Was sie bestmöglich versuchte, aber ungeheuer schwer umzusetzen ist. Das Publikum macht nämlich keinen großen Unterschied, ob da der FC Barcelona in der Champions League oder mit der HSG Düsseldorf der Tabellen-Vorletzte der Bundesliga zu Gast ist. Ohrenbetäubender Lärm und eine dröhnende Schiffssirene beim Einlaufen der Teams, eine prickelnde Atmosphäre bis unter das Hallendach.

"Die Zuschauer würden am liebsten sehen, dass wir mit 20 Treffern Differenz nach Hause geschickt werden", sagte Manager Frank Flatten vor der Partie und gab sich erst gar keiner Illusion hin, dass die Kieler nach dem hart erkämpften 31:30 über die Rhein Neckar Löwen müde sein könnten. "Die sind jetzt erst recht wach, denn schließlich wirkt Hamburg etwas angeschlagen und daher rechnen sie sich auch in der Meisterschaft noch etwas aus."

Es gelang nur in der ersten Halbzeit. Da konnte die HSG die Begegnung recht offen gestalten und Bostjan Hribar einige schöne Tore werfen. Allerdings zeigten die Kieler in der Abwehr auch keine große Härte. Zudem schonte Trainer Gislason mit Torhüter Omeyer sowie Sprenger, Narcisse und vor allem Filip Jicha über die gesamten 60 Minuten seine Stars.

Doch auch die B-Garnitur ist halt beim THW ein A-Team. Der Rückstand wurde aber auch deshalb größer, weil die HSG-Angriffe nun vermehrt an den Händen von Torwart Palicka kleben blieben. "Es war wie erwartet. Aber in der Mannschaft steckt Leben. Es herrscht eine richtig gute Stimmung und das macht mich für die kommenden schweren Aufgaben zuversichtlich", so Flatten.

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