Düsseldorfer HC Vikings: Rechtsstreit überschattet alles

Handball : Düsseldorfer HC Vikings: Rechtsstreit überschattet alles

Der Handball-Zweitligist startet Sonntag in Coburg ins Jahr 2019. Doch das ist derzeit nur Nebensache.

Der Kader wird immer kleiner, die finanzielle Lage ist bedrohlich, die Zukunft ungewiss. Die Laune bei den Rhein Vikings war schon mal besser. Und dennoch gab sich Geschäftsführer Daniel Pankofer jüngst kämpferisch: „Wir geben noch nicht auf.“ Das kann sein Team zum ersten Mal in diesem Jahr am Sonntag (17 Uhr) beweisen, dann geht es in der 2. Handball-Bundesliga zum HC Coburg.

Da die Franken auf einem Aufstiegsplatz stehen, wäre das auch unter Normalumständen eine schwierige Aufgabe, nach diversen Abgängen erscheint sie aber nahezu unlösbar. Wollen die Vikings den Zehn-Punkte-Rückstand zu den Nichtabstiegsplätzen noch aufholen, müssen sie damit wohl beim Heimspiel gegen Emsdetten nächste Woche beginnen. Das scheinen sie auch selbst so zu sehen. Weder auf der Homepage noch in den sozialen Netzwerken gibt es von Vikings-Seite aus einen Vorbericht auf das Spiel am Sonntag in Coburg.

Wichtiger für die Zukunft erscheint der Rechtsstreit zwischen Thomas Koblenzer und der „Sportstadt“. Wie berichtet, hat der Gesellschafter die städtische Agentur verklagt, weil die ihren Sponsoringvertrag zum Jahresende 2018 kündigte und ihre Zahlungen eingestellte. Koblenzer hält das für ungerechtfertigt und möchte all das Geld, was er in den vergangenen Jahren in die Vikings gesteckt hat, erstattet bekommen, es geht um mehr als 750 000 Euro.

Hintzsche: Sportstadt ist keine Verpflichtungen eingegangen

Kürzlich gab es im Rat eine Anfrage an Burkhard Hintzsche. Der auch für den Sport zuständige Stadtdirektor antwortete auf die Frage, welche Verpflichtungen die Stadt gegenüber den Vikings eingegangen wäre, mit „keine“. Das sieht Koblenzer anders. In einer Pressemitteilung veröffentlichte er internen Schriftverkehr, aus dem hervorgeht, dass die Sportstadt dem Klub 200 000 Euro pro Jahr über ein Sponsoring versprach. Insgesamt sollten aus der Landeshauptstadt jährlich 800 000 Euro in das Neuss-Düsseldorfer Handball-Projekt fließen.

Hintzsche schreibt in den weiteren Antworten auf die Anfrage, dass die Stadttochter D.Live (zu der die Sportstadt gehört) das Sponsoring beenden musste, weil die Vikings kein Finanzkonzept für die nächsten Monate vorgelegt hätten. Zudem läge die Klageschrift bis heute nicht vor. Beides sieht Koblenzer anders. Wirtschaftsprüfer hätten in die Bücher sehen dürfen, vonseiten der Vikings habe es Gesprächsangebote gegeben, und die Klage sei beim Landgericht Düsseldorf eingegangen.

Wie der Rechtsstreit ausgeht, ist offen. Fest steht wohl nur, dass er sich hinziehen wird. Derweil versucht die Mannschaft, Punkte gegen den Abstieg zu sammeln. Zum ersten Mal am Sonntag in Coburg.

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