Düsseldorf ist anscheinend kein Handballstadt mehr

Zweitliga-Handball : Der Zwang zum Siegen

Geduld ist im Spitzensport eine Seltenheit. Das gilt auch für den Handball in Düsseldorf. Die Stadt möchte gerne einen hiesigen Verein (mittelfristig) in der Bundesliga sehen. Das hat weniger mit idealistischen Zielen, Spaß an diesem Sport oder anderen heeren Absichten zu tun.

Da gibt es auch ganz klare wirtschaftliche Ziele, wie die Nutzung von sonst leerstehenden Sport-Anlagen (Castello/Rather Dome). So wird im Hintergrund maßgeblich Einfluss genommen auf Entscheidungen und Druck ausgeübt, denn ohne die städtische Förderung wäre das Konstrukt Spitzenhandball in der Stadt nicht zu halten. Dafür ist offensichtlich viel zu wenig Interesse an den Aktivitäten der noch traditionslosen Vikings in der Öffentlichkeit zu spüren. Zudem holt man sich mit dem Bergischen HC noch einen Konkurrenten in die Stadt, der seine Spitzenspiele im Dome austragen darf.

Der Trainer musste nun aktuell gehen nach einem nicht gerade umwerfenden Saisonstart. Ceven Klatt hat gute Arbeit geleistet und den Verein sportlich dahin geführt, wo er jetzt ist. Erste Unruhe unter den Spielern wurde genutzt, um ein Alibi für den Rauswurf zu haben. Bitter sind dann die immer wieder nach einem solchen Wechsel getätigten Aussagen der Spieler, dass das Training unter dem neuen Übungsleiter nun deutlich besser sei. Genutzt hat das aber wohl wenig. Die Leistung beim bis dahin sieglosen TV Großwallstadt war äußerst bescheiden und teilweise undiszipliniert. Die Spieler sollten sich auch mal fragen, ob sie nicht ebenso für den schlechten Start verantwortlich waren und sich mehr hinterfragen.