Die Vikings brauchen Hallenraum - der Stadtsportbund wartet noch ab

Handball : Der Handball-Streit in Düsseldorf schwelt weiterhin

Während die Vikings die Zukunft planen, ist nicht klar, was mit der Jugend passiert.

Es ist schade und traurig, aber die Probleme im Düsseldorfer Handball werden vor allem auf dem Rücken der Spieler und Jugendlichen ausgetragen, die nur ihrem Hobby nachgehen wollen. Die Aufspaltung der Jugendabteilung ist ein großes Thema, weil der ART plant, nur ganz bestimmte Mannschaften unter dem Namen ART oder sogar in einem neuen Verein weiterhin spielen zu lassen. Die Jugendlichen (unter anderem die A-Jugend) und Kinder der anderen Mannschaften wären dann noch bei den Rhein Vikings, der Spielgemeinschaft aus ART und Neusser HV, oder sollen sich einen anderen Verein außerhalb der Stadt suchen, wie zum Beispiel in Ratingen. Das kann nicht im Sinne der Sportstadt sein.

Angeblich sei es auch gar nicht möglich, die Spielgemeinschaft in dieser Form aufzulösen, vor allem rechtliche und organisatorische Dinge würden dagegen sprechen. Auch die Anmeldungen der Mannschaften für die neue Saison müssen frühzeitig erfolgen. Während sich die Vikings in Person von Geschäftsführer Daniel Pankofer möglichst zurückhalten, was Aussagen zum Scheitern der Handball-Ehe angeht, wird Thomas Koblenzer als Ex-Geschäftsführer (und Geldgeber) der Vikings da schon konkreter und wirft der Stadt vor, den Vikings den nötigen Hallenraum für Jugend-Mannschaften und auch für das künftig in der 3. Liga spielende Team zu verweigern. „Selbst, wenn die Mannschaft jetzt noch in der 2. Handball-Bundesliga die Klasse erhalten würde, wäre es nicht möglich, einen Lizenzantrag zu stellen“, sagte Koblenzer. „Denn dafür steht den Vikings keine entsprechende Halle zur Verfügung.“ Das gilt auch für die Hallen in der Stadt Neuss. Im Hammfeld wäre/ist nur wieder Drittliga-Betrieb möglich.

Dass aber der Stadtsportbund aus politischen Gründen den Vikings Hallenraum verweigert, stößt bei Uli Wolter, dem Geschäftsführer des SSB, auf großen Unmut. „Es gibt keinerlei Anweisung von der Stadt oder eine Absprache, dass wir den Vikings keinen Hallenraum geben dürfen“, sagte Wolter. „Für uns stellt sich die Sache so dar, dass der Handball-Verband erst einmal klären muss, wie es in Sachen ART, Vikings und Spielgemeinschaft weitergehen wird.“ Dann würde man Klarheit haben, und dann wird auch der Hallenraum völlig unparteiisch verteilt. „Der Verein muss dann aber Mitglied im Stadtsportbund sein und wird dann genauso behandelt wie jeder andere Düsseldorfer Verein auch.“

Pankofer sieht gute Perspektiven für die sportliche Zukunft

Pankofer hat schon mit den Planungen für die kommende Saison begonnen. Die ersten Verträge mit Spielern wurden bereits verlängert, und angeblich sind auch schon Neuverpflichtungen für die Spielzeit in der 3. Liga im Gange. Das gilt aber nur soweit, wie der Insolvenzverwalter mitspielt. Allerdings sollen jetzt nur noch die Spieler die einzigen Gläubiger des Vereins sein und somit nur noch Gehaltszahlungen ausstehen.

„Wir wollen in der 3. Liga im oberen Bereich mitspielen“, verkündete Pankofer, der optimistisch ist, dass die jüngere Vergangenheit keine zu schlimmen Nachwirkungen hat. Er lobte jedenfalls die neu formierte Mannschaft, die nach der WM-Pause für die Vikings angetreten ist. „Sie hat zwar zweimal verloren, aber eine Begeisterung an den Tag gelegt, die auch die Zuschauer und Fans begeistert hat“, sagte Pankofer, der auch noch die Spieler lobte, die zu verminderten Bezügen weiterhin für die Zweitliga-Mannschaft spielen. Angedacht ist, dass die Vikings künftig in Neuss antreten werden. Ob es dann auch die angedachten zwei oder drei Saison-Heimspiele in Düsseldorf geben wird, erscheint eher unwahrscheinlich.

Das Thema Handball-Spielgemeinschaft ist hingegen noch lange nicht vom Tisch. Das wird noch die Gerichte beschäftigen. Bleibt nur zu hoffen, dass alle Handball-Talente, von denen es in Düsseldorf durchaus viele gibt, sich nicht völlig von diesen Streitigkeiten abschrecken lassen.

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