Die Spur der Island-Importe

Die Spur der Island-Importe

Markús Máni Michaelsson Maute und Sturla Asgeirsson spielten einst in Düsseldorf. Was ist aus ihnen geworden? Ein Besuch.

Düsseldorf. Isländische Handballer haben beim Zweitligisten HSG Düsseldorf Tradition. Für die neue Saison gelang es Ronny Rogawska, Ernir Hrafn Arnarson von Valur Reykjavik an den Rhein zu lotsen.

Mit Markús Máni Michaelsson Maute und Sturla Asgeirsson, die für Düsseldorf aktiv waren, machten die Blau-Gelben schon positive Erfahrungen. Beide haben Deutschland inzwischen den Rücken gekehrt und leben nun wieder in ihrer Heimat auf Island. Die WZ hat die beiden besucht.

Von 2004 bis 2006 spielte Markús Máni Michaelsson Maute bei der HSG und kehrte danach zu seinem Stammverein Valur Reykjavik zurück. Inzwischen hat der 30-Jährige seine aktive Karriere beendet. „Ich halte mich aber weiterhin fit“, so „4 M“. „Ab und zu trainiere ich mit der Mannschaft. Aber ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio. Ich habe aber einfach zu viele andere Dinge zu tun, um weiter Handball spielen zu können. Dies kann ich nicht mehr vereinbaren.“

In der vergangenen Saison half der Halblinke im Pokalhalbfinale aus und hatte großen Anteil daran, dass Valur das Finale erreichte.

Nach der Finanzkrise auf der Insel aus Eis und Feuer arbeitet Michaelsson Maute nun gemeinsam mit Freunden an einem großen Projekt. „Wir wollen den Fitnessboom nutzen und diese Branche in Vietnam etablieren. Für unser Projekt in Vietnam sind wir natürlich auf Leute vor Ort angewiesen. Im Moment stockt es gerade wieder etwas“, berichtet der ehemalige isländische Ex-Nationalspieler.

Dennoch hat der 30-Jährige große Träume und hofft darauf, dass er in den nächsten Jahren auch einmal in den USA lebt und arbeitet.

Ganz anders dagegen Sturla Asgeirsson, der zwischen 2008 und 2010 für die HSG Düsseldorf als frisch gebackener Olympia-Silbermedaillengewinner spielte und anschließend zu Valur Reykjavik wechselte. Nach einer enttäuschenden Saison konnte der Kapitän immerhin den Pokalsieg feiern.

Der 53-fache Nationalspieler fühlt sich in seiner Heimat pudelwohl und ist froh, nach Island heimgekehrt zu sein. „Ich habe hier meine Familie und Freunde“, so Asgeirsson. „Auch wenn es sicherlich in Deutschland in Sachen Handball schöner war.

Jede Woche gegen die besten Spieler und besten Klubs vor mehreren tausend Zuschauern zu spielen. Das alles war sehr schön, das vermisse ich hier.“ Beruflich hat der 30-Jährige bei einem isländischen Zeitschriftenverlag im Bereich Marketing und Vertrieb Fuß gefasst.

Kontakte nach Düsseldorf pflegen die beiden ehemaligen HSG-Akteure noch. Während Markús Máni Michaelsson Maute vor allem mit Jugendkoordinator Jens Sieberger im Dialog steht, freut sich Sturla Asgeirsson über regelmäßige Telefonate mit Coach Ronny Rogawska.

„So kann ich wenigstens mein Dänisch auffrischen“, so der Linksaußen, der bereits Dänisch, Englisch, Deutsch und Isländisch spricht und nun dabei ist, Spanisch als vierte Fremdsprache zu lernen. Man weiß ja manchmal nicht, wohin es einen verschlägt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung