Der HC Rhein Vikings kämpft um den Klassenerhalt

Handball 2. Liga: Nehmen die Rhein Vikings den direkten Kurs auf die 3. Liga?

Handball Die klare Niederlage gegen Dessau ist entmutigend.

Mutlose und zaghafte Wikinger sind eigentlich nicht das, was man sich unter den harten Nordmännern vorstellt. Das aktuellste Ergebnis des HC Rhein Vikings lässt allerdings genau dies vermuten. 17:28 lautete das Endergebnis des Zweitliga-Spiels des Neuss/Düsseldorfer Handball-Projektes in Dessau. Eine bittere Niederlage gegen eine Mannschaft, die selbst zuletzt nicht gerade auf Rosen gebettet war und zu den direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt zählt. Dieser Unterschied von elf Treffern macht Angst, was den Verbleib der Mannschaft in der 2. Liga angeht.

Was soll, was kann geschehen, um das Ruder herumzureißen? Der Trainer wurde schon gewechselt, als es noch nicht so sehr nach Untergang aussah. Das werfen die Kritiker dem Verein auch vor. Nähere Erklärungen zur Beurlaubung von Ceven Klatt gab es damals nicht. Unruhe in der Mannschaft und Druck von der Stadt drangen als Gerüchte damals nach außen. Mit der Übernahme von Jörg Bohrmann wurde es jedoch nicht besser, sondern von den Ergebnissen und der Leistung eher schlechter. Die gewohnte Klasse in der Abwehr ist inzwischen verloren gegangen, und im Angriff war spätestens nach dem Rauswurf von Rückraum-Schütze Ivan Milas ebenfalls der Ofen aus. Die Offensive ist anscheinend harm- und ideenlos.

„Es ist schwer zu sagen, was jetzt helfen würde und wie wir das Steuer herumreißen“, erklärt Vikings-Geschäftsführer Daniel Pankofer, der im vergangenen Jahr noch als Spieler zum Klassenerhalt beigetragen hatte. „In der Mannschaft fehlt die Selbstverständlichkeit und die Leichtigkeit.“ Für kurzfristige Verstärkungen fehlen derzeit die Mittel, wie der Geschäftsführer erklärt. Schließlich ist auch nicht klar, ob Ivan Milas noch Geld vom Verein bekommen wird.

Die nächsten beiden Spiele sind entscheidend für die Vikings

Auch einen weiteren Trainerwechsel wird es wohl nicht geben. Zunächst als Interimstrainer benannt, soll Bohrmann wohl die Mannschaft weiter trainieren. „Auch das ist ein finanzielle Geschichte“, sagt Pankofer. „Und zudem würde es wieder fünf bis sechs Wochen dauern, ehe die Mannschaft die nächste Spielphilosophie verinnerlicht hat.“ Pankofer ist erleichtert, dass das Umfeld sehr ruhig bleibt und weiter auf einen Aufschwung hofft. Druck von der Stadt gibt es nach Aussagen der Vereinsführung ebenfalls nicht. „Wir haben nur den Druck, den wir uns selbst machen“, sagt Pankofer und hofft auf die nächsten beiden Spiele. Am Freitag (19 Uhr/Castello) sind die Rimpar Wölfe zu Gast, die als 16. ebenfalls auf einem Abstiegsplatz stehen. Und am Sonntag müssen die Wikinger (17 Uhr) als derzeit Tabellenletzter beim Vorletzten  Elbflorenz Dresden antreten. Mit zwei weiteren Enttäuschungen würde es zappenduster für den HC Rhein Vikings aussehen. Es wäre ein herber Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung