Reitertage trotzen dem Regen

1500 Pferde und ihre Reiter kamen zu dem viertägigen Turnier auf den Uhlenhof - so viel wie noch nie zuvor.

Düsseldorf. Am Sonntag war der Tag von Antonia Weber. Die 13-Jährige ist frisch gekürte Düsseldorfer Stadtmeisterin im Springen, holte Einzelgold in der Stilspringprüfung beim RWE-Jugend-Vereins-Cup und machte beim Mannschaftswettbewerb mit ihrem Team den zweiten Platz. Und das alles auf dem eigenen Hof und dem eigenen Turnier.

Vater Hans Willi Weber, Pferdewirtschaftsmeister und selbst passionierter Springreiter, war entsprechend stolz auf sein Töchterchen. Allerdings blieb ihm nicht viel Zeit zum Jubeln, als Turnierleiter der Düsseldorfer Reitertage auf dem Uhlenhof war sein Organisationstalent gefragt. Und wenig stand auch sein eigener Wettkampf an.

Erstmals hatte Weber für das Turnier ein S-Springen mit drei Sternchen organisiert. Bisher hatte es nur Springen mit zwei Sternen gegeben, doch dank eines großzügigen Sponsors konnte ein Preisgeld von 10 000 Euro ausgelobt werden.

Das zog auch die Nationenpreisreiter Markus Renzel, Tim Hoster und Hardy Diemer an. Nach Hause nehmen konnte das Geld am Sonntagabend Sebastian Otten auf Licapo.

Klasse statt Masse ist Webers Devise, seitdem er vor drei Jahren die traditionellen Erkrather Reitertage in Düsseldorfer Reitertage umgetauft hatte. "Wir wollten mehr Sponsoren aus Düsseldorf bekommen", gibt er zu.

Der Erfolg gab ihm recht, denn ohne großzügige Sponsoren hätte der Verein das Preisgeld für das Drei-Sterne-Springen niemals aufbringen können. Ebenso wenig wie die 6000 Euro für die Grand Prix Flutlichtkür am Samstagabend.

Im Showprogramm zuvor war die brasilianische Dressurmannschaft mit von der Partie, die zur Zeit von Webers Partner Johann auf Zagers auf die Olympischen Spiele vorbereitet wird.

Und einige Stunden früher ging es um junge Talente - Pferdetalente. Denn erstmals wurden im Rahmen der Reitertage auch Sichtungsprüfungen für das Bundechampionat - die Leistungsprüfung der jungen Pferde - ausgetragen.

Sein Hof war gewählt worden, weil die Springplätze auch nach Regengüssen wie in den letzten Tagen nicht im Schlamm versunken waren.

"Wir sind zwar nicht Aachen - das ist eine andere Liga - aber im Düsseldorfer Raum gibt es kein vergleichbares Turnier", sagt Weber stolz. Reiter und Besucher sehen das ähnlich: 1500 Pferde kamen ab Donnerstag auf dem Uhlenhof an.

So viel wie noch nie zuvor. Um alle Prüfungen abhalten zu können, starteten die ersten Reiter teilweise schon um sieben Uhr morgens.

Nur die Besucher waren diesmal etwas weniger als im letzten Jahr, was sicherlich auch an der Witterung lag.

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