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Pilot-Events in Düsseldorf: Handball im Dome und Castello

Handball als Testlauf : Profiligen und Sportstadt planen Pilot-Events mit Zuschauern

Im September sollen zwei Handballspiele ausgetragen werden — eines im Dome und eines im Castello. Wenn die Corona-Lage es zulässt, findet das Ganze vor Publikum statt.

Sportveranstaltungen ohne Zuschauer fehlen Flair und Atmosphäre. Das hat die Corona-Krise bewiesen. Der Weg zurück zur Normalität ist lang — und gerade was geschlossene Hallen anbelangt, steht derzeit in Sternen, wann diese wieder komplett gefüllt werden können. Nun aber haben sich die Deutsche Eishockey Liga (DEL) und die Handball-Bundesliga (HBL) mit der Sportstadt Düsseldorf zusammengetan. Gemeinsam wird an der Wiederaufnahme von Sport-Events mit Zuschauern gearbeitet.

In den vergangenen Wochen und Monaten war Düsseldorf diesbezüglich schon ein Stück weit Vorreiter und kreatives Zentrum in Deutschland. Mit der „Flight Night“ der Stabhochspringer oder einem Box-Abend wurde im Autokino Livesport mit Publikum geboten. Doch was haben DEL, HBL und Sportstadt nun vor? Die gemeinsam erarbeiteten Hygienekonzepte für den Rather Dome sowie das Castello in Reisholz sollen auf andere Veranstaltungsstätten übertragbar sein und im September bei zwei Handball-Freundschaftsspielen mit dem Bergischen HC, VfL Gummersach und Tusem Essen getestet werden — sofern die dann aktuelle Lage dies zulässt.

Für Vereine wie die Düsseldorfer EG in der DEL, den regelmäßig in der Stadt Heimspiele austragenden Bergischen HC aus der Handball-Bundesliga und für jeden anderen Verein aus Top-Ligen spielen die Einnahmen aus dem Ticketing eine überlebenswichtige Rolle in der Budgetplanung. Aktuell sind Spiele mit Zuschauern nicht genehmigungsfähig. Die Fußball-Bundesliga (DFL) ist mit zuständigen Ministerien bundesweit in Kontakt getreten, um die Möglichkeit einer begrenzten Zulassung von Zuschauern für die kommende Saison zu erörtern. Auch die Indoor-Profiligen haben entsprechende Gespräche aufgenommen und erste Konzepte zur Prüfung eingereicht.

Die nun von DEL, HBL und Sportstadt erarbeiteten Konzepte sollen den Klubs beider Ligen zur Verfügung gestellt werden und orientieren sich unter anderem am aktuellen Stand der pandemischen Lage des jeweiligen Spieltages. Sie sehen umfassende Schutzmaßnahmen vor und erlauben gleichzeitig auch bei eingeschränkter Zuschauerzahl weitestgehend wirtschaftlichen Spielbetrieb. So sollen beispielsweise im Dome zwischen 2000 und 6000 Zuschauer, bei einer ursprünglichen Kapazität von 13 200 Zuschauern, Platz finden.

  Geplant sind zwei Testläufe: Am 12. September im Dome mit dem BHC und Tusem Essen, am 19. September sollen Tusem und der VfL Gummersbach im Castello aufeinander treffen. Die Spiele finden nur dann mit Zuschauern statt, wenn die dann gültige Rechts- und Genehmigungslage dies erlaubt, was aktuell nicht der Fall ist. Der Eintritt wird frei sein, rückverfolgbare Tickets müssen über das Internet ausgedruckt und vorgelegt werden. Nähere Einzelheiten werden — gegebenenfalls auch erst kurz vor dem Spieltag — bekannt gegeben, sobald feststeht, ob die beiden Spiele mit Zuschauern durchgeführt werden können. „Der verantwortungsvolle Start in die Saison 2020/21 ist für alle Profisportarten der entscheidende Meilenstein. Deswegen haben wir in Zusammenarbeit mit DEL und Sportstadt Düsseldorf die Initiative ergriffen und ein Musterkonzept für Spiele mit Zuschauern entwickelt. Dieses fußt auf einem Leitfaden, der mit dem Bundesministerium der Gesundheit und dem Robert Koch Institut entwickelt und abgestimmt wurde“, sagt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.