Martina Görz ist Weltmeisterin im Hyrox Grenzen und Schmerzen überwinden

Düsseldorf · Martina Görz ist Weltmeisterin und Weltrekordhalterin im Hyrox. Ihre ambitionierte sportliche Reise führt die 47-jährige Düsseldorferin nun auf der 800-Meter-Strecke zur Leichtathletik-WM.

Und als 800-Meter-Läuferin.

Und als 800-Meter-Läuferin.

Foto: RP/Herbert Wolsch

Immer weiter, immer zu neuen Horizonten. Martina Görz hat gerade erst eines ihrer großen Ziele erreicht und ist in Nizza mit ihrer spanischen Partnerin Mimoushka Kion Weltmeisterin im Hyrox-Women‘s-Double (Altersklasse 50-59) geworden, da hat sie auf der Suche nach einer neuen Herausforderung die Leichtathletik-Weltmeisterschaft der Senioren im 800-Meter-Lauf für sich entdeckt. Im August findet der globale Vergleich über die zweifache Stadionrunde in Göteborg statt. Bis dahin will die 47-Jährige alles tun, um auf dieser Distanz im Trikot des TV Kalkum-Wittlaer mit den Spitzenleuten mithalten zu können. Ein ambitioniertes Vorhaben.

Ihre Faszination gilt seit einigen Jahren dem Indoorwettbewerb Hyrox. Er besteht aus einer Kombination von leichtathletischen und geräteorientierten, athletischen Übungen, wie sie vor allem in Fitnesscentern betrieben werden. Die Düsseldorferin ist aktuelle Europameisterin gemeinsam mit Angela Lanz im Hyrox-Women’s-Double und hält den Weltrekord im Hyrox-Women’s-Double an der Seite der Engländerin Aleksandra Vargin (beides in der Altersklasse 40-49).

Martina Görz begeistert sich für das ganzheitliche Training der Sportart, denn sie kombiniert Laufen mit funktionellen Fitnessübungen wie Rudern, Skifahren und Kettlebell-Training. „Die Vielfalt bietet eine umfassende körperliche Herausforderung“, sagt sie. „Ich brauche sowohl Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit als auch Beweglichkeit.“ Dabei treiben sie die messbaren Fortschritte an, die sie während der Jahre erreicht hat, wie sie erklärt. Denn bei der wettkampforientierten Sportart wird jede Runde genau gemessen. Das ermöglicht, die Leistung genau zu verfolgen und Fortschritte zu erkennen. „Die Verbesserung ist sehr motivierend und hilft, klare Ziele zu setzen“, sagt die gebürtige Düsseldorferin. „Ich bin definitiv noch nie in meinem Leben besser in Form gewesen als aktuell.“

Martina Görz wird durch eine Kombination aus persönlichen Zielen, der Liebe zu ihrem Sport und den positiven Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden angetrieben. „Ich bin durch mein Training nicht nur schneller und fitter, ich fühle mich, nicht zuletzt durch die Ernährung, auf die ich besonders achten muss, auch gesünder.“

Sie genießt die starke Gemeinschaft, den Teamgeist und Zusammenhalt bei den Events; aber da ist noch etwas anderes, das die ehrgeizige Sportlerin wirklich antreibt: Es sind die kontinuierliche Herausforderung und die spannende Abwechslung, für das die Kombination aus Laufen und funktionellen Übungen sorgt, wie sie erklärt. „Es ist das Antesten der körperlichen Grenzen durch den ständigen und sehr strukturierten Wettbewerb. Hyrox fordert nicht nur den Körper, sondern auch den Geist“, sagt die Frau, die an der Hansaallee und auf dem Böhler-Areal eine Praxis für Verkehrspsychologie und Sportpsychologische Beraterin betreibt.

Sie Sportlerin zeigt eine beeindruckende Vielseitigkeit in ihrer sportlichen Karriere. Vom Hyrox zum Mittelstreckenlauf zu wechseln, erfordert ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und Training. „Ich habe durch das Hyrox-Training die Kraft, das Stehvermögen und die Ausdauer, um über 800 Meter bestehen zu können“, sagt sie. Gezeigt hat sie das bereits bei der Nordrheinmeisterschaft, bei der sie über 800 Metern mit einer Zeit von 2:36 Minuten den Titel bei den Seniorinnen 45 holte und sich für die Deutsche Meisterschaft qualifizierte. „Ich möchte mich in der 800-Meter-Szene etablieren.“

Im Hyrox als auch auf der 800-Meter-Strecke ist es entscheidend, die richtige Balance zwischen Ausdauer und Geschwindigkeit zu finden. Die Geschwindigkeit für die 800 Meter fehle ihr noch ein bisschen, sagt sie. Daran will sie in den kommenden Wochen bis zur WM arbeiten.

Sie fahre nicht als Favoritin nach Göteborg, aber sie ist mit ihrem ehrgeizigen Geist wild entschlossen, so weit wie möglich nach vorne zu laufen.

Es wird spannend sein zu sehen, wie sie sich auch in dieser neuen Disziplin behauptet.