Marathon: Anna Hahner freut sich auf die Begeisterung in Düsseldorf

Marathon : Marathon: Anna Hahner freut sich auf die Begeisterung an der Strecke

Mit der Nummer „F7“ geht die Berlinerin als Favoritin ins Rennen. Auch die Deutschen Meister werden wieder ermittelt.

Wer am Sonntag auf Düsseldorfs Straßen allein afrikanische Wunderläufer sehen will und im Ziel Fabelzeiten erwartet, der ist wohl beim falschen Marathon. Der 17. Metro Marathon steht dennoch für Rekorde und neue Bestmarken. Zum ersten Mal werden rund 20 000 Starter erwartet, was auch daran liegt, dass neben den beliebten Staffeln auch 4000 Läufer auf der Halb-Marathon-Distanz an den Start gehen. Zu den 3700 Marathonis zählen auch die Läufer, die Deutsche Meister in den verschiedenen Altersklassen werden möchten. Von den Düsseldorf Startern hätten Wolfgang Lenz (Rhein-Marathon) in der Klasse M 50 und Christoph Schneider (TB Hassels) in der Klasse M 60 die Chance, ihre Titel zu verteidigen — falls Schneider laufen kann. Er ist derzeit nicht ganz fit.

Deutlich schneller wollen die Favoriten in den Hauptkonkurrenzen der Männer und Frauen sein. Nachdem Vorjahressiegerin Fabienne Amrhein verletzungsbedingt absagen musste, ist nun Anna  Hahner die Läuferin, von der die beste Zeit erwartet wird. Sie hatte vor sieben Jahren in Düsseldorf ihr Marathon-Debüt gegeben und erkannt, dass diese Distanz ihr liegt. „Hier in Düsseldorf ging alles los, und deshalb bin ich froh, dass ich jetzt auch wieder beschwerdefrei hier laufen kann“, erklärt die 29-Jährige, die für den SCC Berlin an den Start gehen wird. An der Seite ihres Tempomachers Oliver Hoffmann will sie die Veranstaltung genießen, die ihr so viel Freude bereitet. „Ich laufe gerne in Düsseldorf, weil ich das Gefühl habe, hier stehen die Leute mit der besonderen rheinischen Mentalität an der Strecke und feiern jeden Läufer“, sagt Hahner, der das Wetter und der am Sonntag erwartete Regen eher egal ist.

„Ich habe inzwischen nach zehn Marathons so viel Erfahrung, dass ich mein Tempo gut einschätzen kann“, erklärt sie. Sie hat zwar kein spezielles Marathon-Training absolviert und glaubt auch nicht an eine Zeit unter 2:30 Stunden. Aber sie ist trotzdem sehr motiviert, den Titel einer Deutschen Marathon-Meisterin mitzunehmen. „Ich bin gut vorbereitet und gehe das Ganze sehr positiv an.“ Hahner wird mit der Nummer „F7“ den Marathon bestreiten.“

Tom Gröschel ist Titelverteidiger und auch in diesem Jahr Favorit

Ähnlich optimistisch geht auch Tom Gröschel die Konkurrenz an. „Dass ich im vergangenen Jahr in Düsseldorf gewinnen konnte, sehe ich als gutes Omen an“, sagt der Rostocker, der in diesem Jahr seine damalige Laufzeit von 2:15.20 Stunden unterbieten möchte. „Ich versuche, die erste Hälfte rund eine Minute schneller anzugehen“, sagt der 28-Jährige, der seine Stärke vor allem auf der zweiten Streckenhälfte sieht und damit rechnet, dass er einige Konkurrenten auf den letzten Kilometern einholen wird. Er lobt die zuschauerfreundliche Streckenführung und hat auch keinen übergroßen Respekt vor den Rheinbrücken. „In Düsseldorf sind es die Anstiege auf die Brücken. Bei mir in Mecklenburg ist es zwar flacher, aber der Wind stellt sich da jedem Läufer entgegen“, sagt Gröschel, der gegen ein rundes Dutzend Läufer antreten muss, die in einer ähnlich schnellen Zeit ins Ziel gelangen können. Darunter ist auch der Ex-Düsseldorfer Simon Stützel und der Russe Fedor Shutov (Bestzeit 2:11,26). Ob ein Starter vom Läuferteam aus Kolumbien (zehn Starter) vorne mitlaufen kann, muss hingegen abgewartet werden. Einer ihrer Läufer war voriges Jahr dabei und hat in Südamerika Werbung für den Düsseldorf Marathon gemacht.

Bei den Frauen haben sieben Starterinnen eine Bestzeit unter 2:40 Stunden stehen. Nur Anna Hahner ist bislang unter 2:30 Stunden gelaufen. Das kann sich am Sonntag aber ändern.

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