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Lokalmatador gewinnt den Großen Preis

Galopp : Außenseiter gewinnt Großen Preis

Bei der 100. Auflage des Galopprennens gewann mit Wonnemond ein Außenseiter.

„Das ist ja heute fast so wie an normalen Tagen“, kommentierte ein Besucher auf der Grafenberger Rennbahn. Denn erstmals in diesem Jahr waren tausend Besucher zugelassen. Sie sorgten am finalen Renntag der Saison für entsprechend gute Stimmung. Zumal es zur großen Überraschung aller einen Heimsieg beim Hauptereignis des Tages gab. Denn der Große Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf, der zum 100. Mal ausgetragen wurde, ging an den Lokalmatador Wonnemond, den Sascha Smrczek noch einmal in die richtige Form gebracht hat. Denn der Siebenjährige schien eigentlich schon über den Höhepunkt seiner Karriere hinweg zu sein. „Aber Düsseldorf ist halt seine Bahn“, sagte Smrczek, „der Regen der letzten Tage hat ihm auch in die Karten gespielt. Und bei den letzten Starts hat sich gezeigt, dass er wieder da ist.“ Der einstige 9000-Euro-Jährlingsakuf von einer Auktion in Baden-Baden hat in seiner bemerkenswerten Rennlaufbahn jetzt fast 600 000 Euro für den südwestdeutschen Rennstall Frohnbach von Klaus Wilhelm gewonnen, eine ganz eigene Erfolgsstory. Dennis Schiergen im Sattel des Wallachs ritt am Ende einen sicheren Sieg gegen Schwesterherz unter Andrasch Starke heraus, der aus England angereiste Favorit Stormy Antarctic war früh chancenlos. „Es gab noch eine Option, ihn heute in Mailand laufen zu lassen, aber ich habe für dieses Rennen hier plädiert und damit dann auch richtig gelegen“, fügte Smrczek noch an. Jockey Dennis Schiergen, erstmals im Sattel von Wonnemond, hatte sich zuvor noch Tipps von Bayarsaikhan Ganbat geholt, dem eigentlich ständigen Reiter des Pferdes – derzeit aber durch eine langwierige Schulterverletzung außer Gefecht. „Das war heute auch sein Sieg“, gab Schiergen zu.

Französischer Doppelsieg
beim Stutenpreis

Eine rein französische Angelegenheit wurde der Schloß-Roland-Stutenpreis, denn mit Cloud Surfing und Light Blush belegten zwei Gäste aus dem Nachbarland die ersten beiden Plätze. Für die Siegerin, die der Engländer Jack Mitchell ritt, hatte sich die mehrtägige Anreise gelohnt. Cloud Surfing wird von Francois Rohaut im südwestfranzösischen Pau trainiert, das 1500 Kilometer von Düsseldorf entfernt liegt. „Der Trainer ist heute in Paris, der hat mir per Telefon gesagt, was ich machen sollte“, berichtete Mitchell. Und offensichtlich hatte er gut zugehört, denn er übernahm mit Cloud Surfing gleich die Spitze und kontrollierte von da aus Tempo und Gegner. Ein Pferd mit Zukunft dürfte Virginia Storm sein, dessen Mitbesitzer Peter-Michael Endres, Präsident des Reiter- und Rennvereins, schon einmal den ersten Juli-Sonntag 2021 in seinem Kalender ankreuzen sollte. Dann findet in Hamburg das Deutsche Derby statt und das ist sicher ein Fernziel für den zwei Jahre alten Hengst, der das erste Rennen des Tages gewinnen konnte. Es war gegen den Mitfavoriten Novellini zwar knapp, aber da dürften zwei zukunftsträchtige Galopper vorne gewesen sein.