Kommentar: Die Sportstadt wird ihrem Namen nicht immer gerecht

Kommentar : Sportstadt ohne Titel

Die Nachbarschaft und andere große Städte schauen mit einem gewissen Neid auf Düsseldorf, wenn die Stadt-Oberhäupter von der „Sportstadt“ sprechen. Schließlich fliest viel Geld in den Düsseldorfer Spitzensport.

Doch wer genauer hinschaut, wird nicht gerade in Begeisterung ausbrechen. Für größere Schlagzeilen sorgen inzwischen (nur noch) Fortuna, DEG, Borussia und größere Einzelveranstaltungen. Erfolge in olympischen Kernsportarten sind kaum oder gar nicht zu finden. Gerade mal vier Teilnehmer (ohne Medaillen) bei der Leichtathletik und keinerlei Ausrufezeichen bei den vielen anderen Deutschen Meisterschaften, den „Finals“, am Wochenende in Berlin, sprechen leider eine deutliche Sprache.

In Düsseldorf wird gefördert, das ist keine Frage. Der Sport wird groß geschrieben, und das ist auch gut so. Doch den Begriff „Sportstadt“ nur als Werbename zu nutzen, ist zu wenig, wenn im Spitzensport zu punktuell unterstützt wird. Vielleicht sollte man sich noch einmal zusammensetzen, um Sportarten wie Schwimmen, Leichtathletik, Turnen und zum Beispiel auch Fechten anders zu unterstützen, als nur Spitzensportler zu „verpflichten“. Eine Förderung von unten nach oben wäre angebrachter. Ein Judo-Weltcup in Düsseldorf ist nett, aber so etwas muss nachhaltig für die Jugend weiter gefördert werden.