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„Kein Vergleich mehr zur letzten Saison“

„Kein Vergleich mehr zur letzten Saison“

Auch Rouwen Hennings profitiert von Fortunas neuer Spielweise. In elf Spielen war der Stürmer an zehn Toren beteiligt.

Rouwen Hennings gehört zu den Profis im Kader von Fortuna Düsseldorf, die mit 30 Jahren zu den Erfahrenen zu zählen sind. 16 Bundesligaspiele und 185 Einsätze in der 2. Fußball-Bundesliga hat der Stürmer absolviert. Doch selbst Hennings ist erstaunt über die bemerkenswert positive Entwicklung, die sein Arbeitgeber in den vergangenen Wochen und Monaten durchlaufen hat. „Nach meiner Auswechslung habe ich mit Tim Wiesner (Ersatztorhüter, Anm. d. Red.) auf der Bank gesprochen. Da habe ich gesagt, dass es gar kein Vergleich mehr zu letzten Saison ist, wo wir teilweise keine Lösungen nach vorne hatten“, sagte Fortunas bester Torschütze der vergangenen eineinhalb Jahre nach dem 2:0-Auswärtssieg in Bielefeld.

Es ist ein anderer Fußball, den die Fortuna im zweiten Halbjahr des Kalenderjahres 2017 spielt. Schneller, offensiver, attraktiver. Dazu trägt auch Hennings viel bei. „Wir sind als Mannschaft offensiver ausgerichtet, haben Qualität dazu gewonnen. Dadurch, dass wir mehrere torgefährliche Spieler haben, sind wir schwieriger auszurechnen. So ergeben sich Lücken für den einen oder anderen, auch für mich. Davon profitieren wir am Ende alle“, erklärt der Zweitliga-Torschützenkönig der Saison 2014/15.

Das zeigte sich zuletzt vor allem im Zusammenspiel mit Benito Raman. Gemeinsam brachten es beide in den jüngsten Spielen gegen Duisburg und in Bielefeld auf sieben direkte Torbeteiligungen. Gegen den MSV traf Hennings einmal und gab zwei Vorlagen, Raman erzielte seinen ersten Treffer und bereitete einen weiteren vor. In Bielefeld legte Hennings dem Belgier erneut einen auf. „Mit Benito habe ich ein sehr gutes Gefühl auf dem Platz. Er ist wieselflink, zieht oft zwei oder drei Gegenspieler auf sich. Vorher habe ich ihn gar nicht gekannt, wenn ich ehrlich bin. Hut ab vor unserer Scouting-Abteilung“, erklärte Hennings in Bielefeld. Und Raman ergänzte: „Es funktioniert gut zwischen uns auf dem Platz. Aber das gilt für alle Angreifer in unserem Team.“

Viel fehlte nicht, und es hätte das neue Traum-Duo im Sturm gar nicht gegeben. Denn nachdem die Fortuna Hennings für die vergangene Spielzeit vom englischen Erstligisten FC Burnley ausgeliehen hatte, schienen sich die Wege von Club und Stürmer im Sommer zu trennen. Der Bad Oldesloer, der mit neun Treffern großen Anteil am Klassenverbleib hatte, wollte zurück nach England, die „Clarets“ planten ohne ihn. Anfang Juli gab es die Rückkehr nach Düsseldorf, wo Hennings einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 unterschrieb.

Eine Entwicklung, die für beide Seiten ein Glücksfall ist. Vier Treffer in der Liga, dazu zwei beim Pokalsieg in Bielefeld und wettbewerbsübergreifend vier direkte Torvorlagen — zehn Scorerpunkte in elf Pflichtspielen sind eine beeindruckende Quote. In der kompletten vergangenen Saison waren es deren zwölf. Doch sowohl diese persönlichen Zahlen als auch die 25 Punkte und die damit verbundene Tabellenführung nach zehn Spieltagen verleiten den bodenständigen Familienmenschen Rouwen Hennings nicht dazu, die Realität aus den Augen zu verlieren. „Unser Anspruch ist, unter die ersten Sechs zu kommen. Da muss man auch ein bisschen was abliefern“, sagt der 1,80 Meter große Mittelstürmer. „Wir spielen im Moment gut und sind schwer zu bespielen. Es ist aber nicht so, als würden wir andauernd souverän gewinnen. Viele Spiele, sind auf des Messers Schneide.“ Das sagt auch Trainer Friedhelm Funkel immer, der sich über Fortunas Wandlung eher weniger wundern dürfte.