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Fortuna Düsseldorf: Kein Hauptsponsor für Fortuna in Sicht

Fortuna Düsseldorf : Kein Hauptsponsor für Fortuna in Sicht

Die ersten Kandidaten haben dem Verein abgesagt. Kaan Ayhan hat die Ausstiegsoption nicht gezogen.

Düsseldorf. Auf den ersten Blick erscheint es so, als wäre Fortuna Düsseldorf nicht attraktiv genug. Sonst müsste ja längst ein neuer Hauptsponsor gefunden sein. Ganz so leicht ist es aber nicht, der Fußball-Zweitligist will sich nicht unter Wert verkaufen und testet den Markt. Bitter ist, dass große, namhafte Düsseldorfer Unternehmen offensichtlich keine Ambitionen haben, die Fortuna als Hauptsponsor zu unterstützen. Selbst ein Aufstieg in die 1. Liga würde da wohl nicht helfen, was die Saison 2012/13 in der Bundesliga gezeigt hat. Auch Vodafone hat sich letztlich ein wenig versteckt und die „Billigmarke“ Otelo aus dem eigenen Haus „vorgeschickt“.

Fortuna erscheint zwar inzwischen ein verlässlicher Partner geworden zu sein, was Verträge, Absprachen und das Vermeiden von größeren Skandalen angeht. Doch der Unmut der Fans und die zeitweiligen Probleme im Vorstand, im Aufsichtsrat oder zwischen diesen Gremien bauen nicht unbedingt weiteres Vertrauen auf. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich Global Player der Wirtschaft und bedeutende nationale Unternehmen darauf zurückziehen, erst einmal den weiteren Weg des Vereins verfolgen zu wollen — das gilt wohl auch für den sportlichen Erfolg der Fortuna, der derzeit wenig berauschend ist und noch keineswegs zielstrebig nach oben führt.

Da überrascht der augenblickliche Stand weniger: Die Fortuna hatte mit drei Unternehmen ernsthafte Gespräche oder sogar Verhandlungen geführt, aber jeweils Absagen kassiert. Im Hintergrund wartet ein Kandidat, der einspringen würde, falls sich bis Saisonbeginn niemand anderes findet. Ein Nachteil dieser „Not-Lösung“ wäre, dass damit kein siebenstelliger Betrag in die Kasse fließen würde. Fortuna will aber deutlich mehr generieren und sucht eifrig weiter. Findet sie noch einen Hauptsponsor und springt dann tatsächlich etwas mehr heraus, wären bei der Verpflichtung neuer Spieler größere Sprünge möglich. Bisher sind elf Millionen Euro für den Spieler-Etat veranschlagt.

Umso wichtiger ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Transferrechte von hoffnungsvollen Spielern wie Marcel Sobottka (23) und seit dem 1. Juni auch von Kaan Ayhan (22) bei der Fortuna liegen, Ablösesummen könnten also frei verhandelt werden. Mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung und einer Gehaltsaufstockung könnte Ayhan sogar so teuer werden, dass ihn selbst ein türkischer Erstligist nicht mehr um jeden Preis erwerben möchte. Klar ist ohnehin, dass der 22-Jährige noch zu große Schwankungen in seinem Spiel hatte, um eine ganz große Nummer zu sein, obwohl er international für sein Land spielt.

Cheftrainer Friedhelm Funkel würde sich trotzdem freuen, wenn Sobottka, Ayhan und Offensivkraft Ihlas Bebou (23) weiter für Fortuna spielten. Einerseits blieben damit wichtige Spieler, andererseits müssten nicht so viele neue Spieler verpflichtet werden. Und mit einer halbwegs eingespielten Mannschaft — mit einigen Verstärkungen in der Offensive — könnte sich die Fortuna mit halbwegs berechenbarem sportlichen Erfolg dann für potenzielle Hauptsponsoren interessant machen.