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Hockey: Sabine Markert und Dominic Giskes vom DHC über Klub und Ziele

Hockey-Duo Markert und Giskes : „Unsere Hockey-Biografie im DHC verbindet uns“

Sabine Markert und Dominic Giskes über ihre Rollen im Düsseldorfer Hockeyclub und die gemeinsame Trainer-Tätigkeit.

Wie in allen Sportvereinen der Stadt ist auch im Düsseldorfer Hockeyclub das Leben zum Erliegen gekommen. Obwohl sowohl Fortuna Düsseldorf als auch Borussia Düsseldorf eine Sondergenehmigung für die Wiederaufnahme des Trainings ihrer Teams erwirkt haben, hat der DHC dies für seine Bundesligateams bisher nicht in Erwägung gezogen. Für die beiden Klub-Urgesteine Sabine Markert und Dominik Giskes, die nicht nur bei den ersten Damen und ersten Herren aktiv sind, sondern auch als Trainerteam im Jugendbereich eng zusammenarbeiten, bricht damit erstmals seit Jahren eine längere DHC-abstinente Zeit an.

Frau Markert, Herr Giskes, Sie sind zwar offiziell keine Mannschaftsführer mehr und trotzdem gelten Sie als die Identifikationsfiguren dieses Vereins. Wie gehen Sie mit dieser Rolle um?

Dominic Giskes spielt nicht nur seit Jahren in den ersten DHC-Mannschaft. Gemeinsam mit Sabine Markert betreut er auch den Nachwuchs am Seestern. Foto: Horstmüller

Sabine Markert: Es ist schon so, dass davon seit Jahren gesprochen wird. Das hängt natürlich damit zusammen, dass Dome und ich einfach in diesem Verein, auch neben unserem eigenen Sport in den ersten Mannschaften, sehr viel machen. Da kennt einen dann einfach fast jeder.

Dominic Giskes: Ob man letztendlich wirklich Identifikationsfigur ist, sei mal dahingestellt. Aber wir sind, wie Sabine schon sagt, insbesondere über unser Coaching sehr präsent und sicherlich auch Menschen, die Gesprächen nicht unbedingt aus dem Weg gehen.

Sie bilden zusammen seit Jahren ein erfolgreiches Trainerteam im Jugendbereich. Frau Markert, läuft Ihre Zusammenarbeit da auch so, dass Ihr Kollege Ihnen wie hier im Interview zunächst mal den Vortritt lässt?

Markert: Das kann durchaus auch schon mal passieren (lacht). Nein, generell haben wir da eine andere Aufgabenverteilung, die sich auch daraus ergibt, dass der Trainerberuf schließlich nicht mein Hauptberuf ist. Ich arbeite eine ganz normale 40-Stundenwoche, versuche natürlich bei allen Spielen, wenn ich nicht selbst im Einsatz bin, dabei zu sein. Aber unter der Woche ist es einfach nicht immer für mich möglich, mit auf dem Trainingsplatz zu stehen. Insofern ist Dome nominell der Cheftrainer und trifft auch alle Entscheidungen.

Giskes: Wir agieren generell gut als Team, auch, weil uns eine relativ parallel verlaufende Hockey-Biographie hier im DHC seit Jahren verbindet. Wir schätzen uns und besprechen die Dinge auf unkomplizierte Art und Weise. Es kam eigentlich zu wenigen Ungereimtheiten zwischen uns in all den Jahren.

Markert: Und es war schließlich auch recht erfolgreich. Da scheinen wir wohl nicht so viel falsch gemacht zu haben (lacht).

Wie gehen Sie mit der Tatsache um, dass viele Ihrer ehemaligen Schützlinge inzwischen zu Mitspielern in Ihren Mannschaften geworden sind?

Giskes: Generell haben wir auch als Trainer einen eher spielernahen Stil — früher habe ich mich meist eher wie ein großer Bruder gefühlt. Insofern ändert sich an der Beziehung nicht so viel denke ich, auch wenn es dann manchmal nicht ganz einfach ist, wenn man zusammenspielt.

Markert: Wahrscheinlich müsste man die Mitspieler fragen, ob wir anders sind. Generell ist es aber so, dass die meisten mich auch weiterhin als Ansprechpartnerin bei allen Hockey-Fragen sehen, die eigentlich der Trainer beantworten könnte.

Giskes: Es ist eher so, dass sich mit der Zeit der Bezug zur Mannschaft ändert. Früher waren Freundes- und Hockeykreis quasi identisch, heute ist das natürlich ganz anders, wenn man in einer sehr jungen Mannschaft spielt. Trotzdem spiele ich immer noch sehr, sehr gerne Hockey.

Sie haben beide mit dem DHC große sportliche Erfolge gefeiert. Was motiviert Sie im Alter von 32 und 34 Jahren noch weiterzumachen und welche Perspektive sehen Sie für die Damen und Herren des DHC?

Markert: Wir haben in den vergangenen Jahren mit den Damen zwei Titel und zwei Mal den Europapokal in der Halle gewonnen, auf dem Feld fehlt er uns noch. Aber mir geht es auch nicht nur darum, so lange zu spielen, bis wir den Feldtitel gewinnen. Insbesondere in der momentanen Situation merke ich, wie viel Bock es eigentlich macht, auf solch hohem Niveau Hockey zu spielen und das möchte ich auch weiterhin. Ich finde es gerade unvorstellbar, möglicherweise ein halbes Jahr lang kein Hockey spielen zu können. Ob dieses Niveau, auf dem wir in den vergangenen Jahren gespielt haben, in Zukunft gehalten werden kann, hängt davon ab, ob die Topspieler gehalten werden können und wie gut das Team es auffangen kann, wenn mit Luisa Steindor, Greta Gerke und mir die älteren Spielerinnen irgendwann aufhören. Sicherlich benötigt der DHC dazu noch mindestens zwei Topspielerinnen in seinen Reihen.

Giskes: Nur ganz kurz. Ich werde nicht mehr so lange spielen, bis wir Deutscher Meister auf dem Feld werden. Spaß beiseite: Wir haben in den vergangenen Jahren viele hochkarätige Abgänge hinnehmen müssen und momentan ist es etwas ungewiss, wo die Reise hingeht. Für meinen Geschmack müssen wir auch nicht unbedingt aufsteigen. Ich sehe uns noch nicht als erstligataugliche Mannschaft. Insofern geht es darum, sich einzuspielen und in wenigen Jahren kommen sehr talentierte Jugendliche des 2005er-Jahrgangs hoch. Für uns wäre es sicherlich nicht unfassbar tragisch, wenn diese Saison nicht regulär beendet werden kann. Wir brauchen sowieso noch etwas Zeit.