Handball-Nationalspieler Wiencek: Düsseldorf sollte in die Bundesliga

Handball-Nationalspieler Wiencek : „Düsseldorf sollte im Oberhaus vertreten sein“

Der Kieler Handball-Nationalspieler Patrick Wiencek spielt am Mittwochabend im Dome um den Super Cup. Mit der WZ spricht der Ex-HSG-Spieler über den THW und Düsseldorf als Handball-Standort.

Ein Jahr lang spielte Kreisläufer Patrick Wiencek in der Jugend der HSG Düsseldorf. Heute kehrt der Handball-Nationalspieler mit dem amtierenden DHB-Pokal-Sieger THW Kiel nach Düsseldorf zurück. Um 19.30 Uhr wird im Rather Dome der Super Cup ausgetragen. Im 100. Nordderby treffen die Kieler auf den Rivalen und Deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt. Ein Gespräch über die Vorbereitung, den Super Cup und Düsseldorf als Handballstandort.

Herr Wiencek, die Vorbereitung ist zu Ende, wie fällt Ihr Fazit aus?

Patrick Wiencek: Wir können insgesamt zufrieden sein, denn wir haben viele neue Dinge ausprobiert, die wir in den Freundschaftsspielen und den ersten beiden Pokalspielen umsetzen konnten. Unser Fazit fällt also positiv aus.

Nach elf Jahren hat sich Alfred Gislason als Coach verabschiedet, Filip Jicha hat das Amt übernommen. Kann man schon Unterschiede feststellen?

Wiencek: Filip hat sicherlich seine eigene Philosophie, wie wir Handball spielen wollen. Da er aber auch unter Alfred Gisalson gespielt hat und zuletzt sein Co-Trainer war, hat er sicherlich einige Dinge von ihm übernommen. Was man aber sieht: Er legt großen Wert auf Disziplin und darauf, dass die Spielzüge zu Ende gespielt werden.

Mit welchen Zielen geht der THW Kiel in die Spielzeit 2019/20?

Wiencek: Wir gehen sicherlich mit großen Zielen in die neue Saison. Klar wollen wir auch wieder Deutscher Meister werden, aber das wollen andere Mannschaften sicherlich auch. Natürlich wollen wir im DHB-Pokal wieder das Final Four in Hamburg erreichen. Und in der Champions League wollen wir auch möglichst weit kommen und am liebsten natürlich auch an der Endrunde in Köln teilnehmen.

Heute geht es gegen den Rivalen von der SG Flensburg-Handewitt um den Super Cup in Düsseldorf…

Wiencek: Das ist für beide Mannschaften natürlich eine erste Standortbestimmung, zudem geht es um den ersten Titel der Saison 2019/20. Und das Nordderby möchte natürlich jeder für sich entscheiden. Die Zuschauer können sich auf ein erstes Highlight und ein heißes Duell vor großer Kulisse in Düsseldorf freuen.

Sie selbst stammen aus Duisburg, haben ein Jahr in Düsseldorf in der Jugend gespielt. Gibt es noch Erinnerungen an diese Zeit oder auch Kontakte in die Landeshauptstadt?

Wiencek: Ich habe in der Saison 2006/2007 in Düsseldorf gespielt, dort mein erstes A-Jugend-Jahr absolviert. Ich habe dort mit Spielern wie Florian von Gruchalla oder auch Markus Neukirchen zusammen gespielt. Und ich kann mich an die Autofahrten von Düsseldorf nach Duisburg mit vielen Staus erinnern. Ansonsten gibt es aber nur noch wenige Kontakte in die Landeshauptstadt.

Patrick Wiencek im WM-Spiel gegen Spanien. Foto: dpa/Marius Becker

Die Stadt Düsseldorf setzt nach dem Abstieg der Rhein Vikings auf Events wie den Super Cup und Länderspiele. Zudem trägt der BHC einige Spiele aus…

Wiencek: Als Duisburger freue ich mich natürlich darüber, dass man ganz in der Nähe meiner Heimat einen so attraktiven Standort für große Handballevents gefunden hat. Ich erinnere mich gerne an das Handball-Länderspiel in Düsseldorf gegen die Schweiz, das über 10 000 Zuschauer anlockte. Für den Super Cup heute Abend wurden im Vorfeld mehr als 7 500 Tickets abgesetzt, so dass wir vor einer tollen Kulisse spielen werden.

Glauben Sie daran, dass sich in Düsseldorf noch einmal ein Bundesligist etablieren kann?

Wiencek: Es ist schade, dass mit dem TBV Lemgo und dem Bergischen HC nur noch zwei Mannschaften aus NRW in der Handball-Bundesliga spielen. Städte wie Köln oder Düsseldorf sollten im Oberhaus vertreten sein. Im Moment ist das leider so, aber es wäre sehr schön, wenn eine Düsseldorfer Mannschaft wieder den Weg nach oben finden würde.

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