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Greuther Fürth: Der Zweitliga-Dino bangt um seinen Lebensraum

Greuther Fürth: Der Zweitliga-Dino bangt um seinen Lebensraum

Die Franken sind akut vom Abstieg bedroht. Besonders auswärts agiert die Mannschaft von Damir Buric harmlos und ohne Biss.

Der Hamburger SV, die SpVgg Greuther Fürth und Rot-Weiß Erfurt — in dieser Saison könnten gleich alle drei Urgesteine der ersten, zweiten und dritten Liga absteigen. Zwar gehören die Fürther schon wegen ihres Bundesliga-Intermezzos 2012/13 der zweiten Liga nicht ununterbrochen an, sind in dieser aber seit dem 3:1 über Fortuna Düsseldorf am 17. September 2017 Spitzenreiter der ewigen Tabelle. Das brachte sie am Rosenmontag sogar in Günther Jauchs Sendung „Wer wird Millionär“. Den Klassenerhalt hingegen garantiert dies nicht.

Immerhin — durch das 1:0 gegen Dynamo Dresden konnten die Fürther am vergangenen Sonntag erstmals seit dem zweiten Spieltag die direkten Abstiegsränge verlassen und auf Platz 16 klettern. Dennoch scheint der Zweitliga-Dino den Sturz in die Drittklassigkeit nur mit einem Kraftakt abwenden zu können. Der Angriff, der in den vergangenen vier Spielen lediglich ein Tor produzierte, ist oft viel zu harmlos und überdies scheint es dem Team von Trainer Damir Buric im taktischen Bereich an Aufnahmefähigkeit zu mangeln. „Ich hatte ihnen zehnmal gesagt, sich an den Plan zu halten und musste in der Pause richtig laut werden“, sagte Buric nach dem Erfolg über Dresden.

Erschwerend hinzu kommt die miserable Auswärtsbilanz. Holten nur Sandhausen, Düsseldorf sowie Regensburg daheim mehr Punkte als das „Kleeblatt“, so sind die Grün-Weißen in fremden Stadien mit bisher drei Unentschieden und acht Niederlagen ein gerngesehener Gast. Da mutet die Fahrt zum Tabellenführer natürlich wie eine Herkulesaufgabe an. Auf der Pressekonferenz fragte ein Fürther Journalist dann auch leicht ironisch, ob die Punkte nicht gleich per Post nach Düsseldorf geschickt werden sollten. Buric blieb gelassen. „Es wird spannend, wie die Mannschaft auf die Aufgabe reagiert, sich mit einem Gegner zu messen, der ziemlich sicher aufsteigt.“

Warum aber taumelt Greuther Fürth dem Abstieg entgegen? Schließlich wurde 2014 in der Relegation gegen den HSV die Bundesliga-Rückkehr nur knapp verpasst. Seitdem allerdings wurden im für den Verein so wichtigen Nachwuchsbereich Fehler gemacht. Das NLZ im Ronhof bildet keine Spieler mehr aus, die zunächst sportlich und dann durch einen Verkauf wirtschaftlich helfen. Externe Transfers jedoch floppten, schon in der vergangenen Saison begann so ein bedrohlicher Abwärtstrend. Endet er im Mai im Abstieg, so wirft das die SpVgg Greuther Fürth um Jahre zurück.