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Unternehmer Wagener möchte den Basketball in Düsseldorf retten

Unternehmer Wagener möchte den Basketball in Düsseldorf retten

Düsseldorf. Die Lizenz der ART Magics für die 2. Basketball-Bundesliga kommt zurück nach Düsseldorf. Aber nur für einen Tag, für ein Testspiel der Giants Düsseldorf gegen Zweitligist Bayern München am kommenden Montag im Castello (18.30 Uhr/ab 5 Euro).

Der damalige Lizenzinhaber Gerald Wagener hatte die Lizenz an Bayern-Macher Uli Hoeneß abgegeben, nachdem der Umzug des Leverkusener Bundesliga-Teams nach Düsseldorf dingfest gemacht worden war.

Wagener und die Verantwortlichen des ART 77/90 mit der größten Düsseldorfer Basketball-Abteilung hatten sich überfahren gefühlt von den städtischen Verantwortlichen, die heftig um den Erstligisten geworben und dafür von den Düsseldorf Magics Sponsorengelder stadtnaher Unternehmen abgezogen hatten. Am Ende stand das Aus für den Zweitligisten. Vom alten Streit will Wagener nichts mehr wissen, stellt aber ein für allemal klar, dass es die Magics nicht mehr geben wird: „Die Lizenz liegt beim FC Bayern, ich sitze dort im Beirat, und Bayern befruchtet den deutschen Basketball, wie es nur der FC Bayern kann.“

Dennoch möchte er den Giants helfen, will zwischen Trainer-Geschäftsführer Murat Didin und seinen alten Freunden beim ART vermitteln: „Ich habe als Magics-Geschäftsführer viel Herzblut in den Düsseldorfer Basketball gesteckt und wäre traurig, wenn jetzt alles vorbei wäre.“ Weitere Ambitionen verneint der Krefelder Geschäftsmann. Ungewöhnlich friedfertige Töne für einen, der sonst keinem Streit aus dem Weg gegangen war und sich auch mit dem damaligen Oberbürgermeister Joachim Erwin auf verschiedenen Ebenen anlegte. Das sei nun ebenso Vergangenheit wie „der großmäulige Auftritt der Giants in den ersten beiden Jahren“. Mit „Glücksfall“ Didin habe nach dem Abstieg, der Insolvenz und der Rettung per „Wild Card“ im Sommer aber eine „Stunde Null“ geschlagen, sagt Wagener. Allerdings stehen die Giants sportlich als Tabellenletzter im dritten Düsseldorfer Jahr wieder vor dem Abstieg.

Drei Jahre waren damals dafür veranschlagt worden, dass sich das Profi-Team als Erstligist in Düsseldorf etabliert. Jetzt dürften die jeweils für diese Frist gültigen Sponsoren-Verträge mit den stadtnahen Unternehmen auslaufen. Ohnehin waren diese an die Bedingung „Erstklassigkeit“ geknüpft. Natürlich werde das Team „bis zum letzten Blutstropfen“, um den Klassenerhalt kämpfen, sagt Trainer Murat Didin. Für einen möglichen Neustart in der 2. Liga sei er aber auch zu haben, möchte als allererstes einen Verein wie den ART als „Unterbau“ gewinnen.

Rund 800 000 Euro an Sponsorengeldern stünden für einen Zweitliga-Start schon bereit, sagt er, also mehr als die Hälfte des von der Liga verlangten Mindest-Budgets. Zumindest sei ihm von der Sportausschuss-Vorsitzenden Monika Lehmhaus städtische Unterstützung signalisiert worden, sagt Didin. „Düsseldorf nennt sich Sportstadt. Es wäre dumm, ein Erstligateam in einer Populärsportart einfach aufzugeben“, sagt Wagener vor dem Gastspiel „seiner“ Bayern am kommenden Montag, dessen Einnahmen der ART-Jugend zugute kommen sollen.