Giants nach sechster Niederlage in Serie in der Krise

Giants nach sechster Niederlage in Serie in der Krise

Das Team von Trainer Achim Kuczmann verliert in Ludwigsburg 73:81. Whiting ist angeschlagen.

Düsseldorf. Vielleicht schadet es nicht, wenn Giants-Trainer Achim Kuczmann es mit dem Aberglauben versucht. Denn das 73:81 (45:37) am Samstagabend in Ludwigsburg war bereits die sechste Niederlage in Folge für den Basketball-Bundesligisten.

Kuczmann hatte vor dem Spiel noch massiv abgelehnt, die Statue der griechischen Glücksgöttin "Nike" mitzunehmen, die Brendan Winters bei einem Schulbesuch geschenkt bekommen hatte. Seine Mannschaft könne und solle das anders lösen. Das misslang jedoch. Winters selbst hatte das Geschenk offenbar beflügelt, der 24-Jährige war mit 17 Zählern bester Werfer der Gäste.

Allerdings punkteten ausgerechnet die beiden Ludwigsburger Akteure besser, vor denen Kuczmann ausdrücklich gewarnt hatte: Brian Jones und sein Ex-Spieler Brandon Woudstra, die beide 19 Zähler erzielten. Das Duo war mit dafür verantwortlich, dass die Ludwigsburger zurück ins Spiel kamen. Nicht zuletzt die 2750 Zuschauer. "Mit unseren großartigen Fans im Rücken haben wir es geschafft", sagte Ludwigsburgs Trainer Rick Stafford.

Die Erleichterung war nachvollziehbar, denn in der ersten Hälfte klappte bei den Düsseldorfern so gut wie alles. Über ein 7:2 zu Beginn und einem 10:2-Zwischenspurt zum 19:10 bis zum 44:28 - die höchste Führung der Giants im gesamten Spiel. Überragend in der Phase war Marc Antonio Carter, der die Lücken in der Ludwigsburger Verteidigung zu 14 Punkten nutzte.

Erst ein Distanztreffer von Chris Schlatter und ein krachendes "Dunking" von Dane Watts hauchten den Gastgebern neues Leben ein. "Meine Mannschaft hat sich selbst aus dem Loch gezogen, in das sie gefallen war", sagte Stafford. Und sein Gegenüber, Achim Kuczmann, musste fast wehrlos mitansehen, wie seine Mannschaft wieder einmal ein miserables drittes Viertel auf das Parkett legte. "Wir haben zwei total unterschiedliche Spielhälften gesehen: In der ersten haben wir umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. In der zweiten kamen die Ludwigsburger mit einer unglaublichen Aggressivität aus der Kabine."

Als Marco Sanders per "Dunking" die erste Ludwigsburger Führung (52:51) im gesamten Spielverlauf erzielte, verwandelte sich die Rundsporthalle endgültig in einen Hexenkessel. Winters konnte den Zwischenspurt zunächst mit den ersten Düsseldorfer Punkten seit mehr als vier Minuten sowie zwei Distanzstreffern zum 61:61 zwar etwas aufhalten, doch das war nicht von langer Dauer.

Am Ende behielten die Ludwigsburger an der Freiwurflinie die Nerven, allen voran Kuczmanns Ex-Spieler Woudstra. "Im Endeffekt war es ein verdienter Sieg für Ludwigsburg", sagte der Giants-Trainer. Damit liegt der letzte Erfolg nun schon mehr als einen Monat zurück - es war der Pokal-Coup im Viertelfinale gegen Bamberg. Der bescherte den Düsseldorfern die Teilnahme am Endturnier in Hamburg am kommenden Wochenende. Angesichts der derzeitigen Misere dürfte es dort nur einen Trostpreis geben.

Pech hatte Zugang Zack Whiting, der wegen Magenproblemen nur kurze Zeit spielen konnte. Das war auch ein Grund für die Niederlage der Giants.

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