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Der Zittersieg der Giants ist Trainer Didin zu wenig

Der Zittersieg der Giants ist Trainer Didin zu wenig

Defensiv lassen Giants die Zügel nach der Pause schleifen.

Düsseldorf. Mit der Schlussphase konnte Giants-Trainer Murat Didin wahrlich nicht zufrieden sein. Zweitliga-Schlusslicht BG Leitershofen hatte die Düsseldorfer Basketballer arg in Bedrängnis gebracht, war nur einen Wurf vom Ausgleich entfernt. Die Giants retteten sich dank der Klasse und Nervenstärke eines Aubrey Reese in den letzten Sekunden zum 74:67, haben nun als Tabellenvierter Tuchfühlung zur Spitze der „Pro A“.

Nach dem Zittersieg war Didin „froh über Ergebnis und die zwei Punkte, aber wir müssen auch die Fehler sehen“. So habe er die ganze Woche immer wiederholt, dass ein Nachlassen auch gegen Leitershofen bestraft werden könne. In der ersten Hälfte hatten seine Akteure diese Anweisung befolgt, angesichts des 38:21 zur Pause aber die Zügel schleifen lassen. Vor allem seine jungen deutschen Akteure wie Philipp Friedel, Max Brauer und Marc Liyanage nahm er ins Gebet: „Sie müssen noch lernen, dass eine gute Verteidigung über die gesamte Spielzeit wichtig ist. Und nicht etwa bei hoher Führung schauen, wie man auf eine möglichst hohe Punktzahl kommt.“

Besonders in die Kritik nahm der Trainer vor dem Westderby in Essen am kommenden Samstag (19.30 Uhr, Am Hallo) seinen Spieler Sascha Kesselring, der sich in knapp vier Minuten Spielzeit drei Fouls leistete: „Er muss dringend an sich arbeiten, was das angeht. Er muss viel kontrollierter spielen und seine Vorstellung verbessern.“ Klingt wie ein letzter Warnschuss, den unter Didin schon so manchen Giants-Spieler ereilte. Angefangen bei Sean Evans, dessen Kurzzeit-Engagement bei den Giants mittlerweile beendet wurde, weil er sich gegen den BV Chemnitz gegenüber Didin angeblich weigerte, in der zweiten Hälfte aufzulaufen. Mittlerweile steht er bei Bundesligist BG Göttingen unter Vertrag, hat am Wochenende dort erstmals gespielt.

Sadam Eco stand beispielsweise auf dem Spielberichtsbogen, kam nach seiner Beschwerde über zu wenig Einsätze und einer längeren „Denkpause“ jedoch nicht zum Einsatz. Biko Paris hat die Giants aus eigenem Entschluss schon vor einiger Zeit verlassen, weil er mit der Ersatzspieler-Rolle nicht klar kam. Alex Günther hat sich mittlerweile Regionalligist BG Dorsten angeschlossen. Dem Vernehmen nach reichte trotz allen Engagements die Leistungsstärke des gebürtigen Düsseldorfers nicht einmal für Einsätze in der zweiten Mannschaft (2. Regionalliga). So ist es möglich, dass Didin noch einmal auf dem Transfermarkt tätig wird — zuletzt war Larry Hall als Paris-Ersatz und Ersatzspieler für Reese hinzugekommen.