Den Baskets geht zum Schluss die Puste aus

In Essen kassieren die Schützlinge von Murat Didin eine überraschende Niederlage.

Düsseldorf. Marius Rutkauskas hätte am späten Samstagabend in die Rolle des Weihnachtsmanns schlüpfen können. In der vorletzten Sekunde der Verlängerung schickte Trainer Murat Didin seinen Reservisten doch noch auf das Parkett. Der Auftrag für den Litauer war klar. Rutkauskas sollte das Derby in der zweiten Basketball-Bundesliga bei den ETB Wohnbau Baskets aus Essen zugunsten der Gäste entscheiden.

Doch der 23-Jährige schaffte es nicht, sich, seine Teamkollegen und die mitgekommenen Anhänger zu bescheren. Sein erster und letzter Wurf in dem Spiel von jenseits der Drei-Punkte-Linie fand nicht ins Ziel. Folglich unterlagen die Baskets im Nachbarschaftsduell etwas überraschend mit 83:85 (25:26, 42:41, 57:57, 73:73) nach Verlängerung.

Vor 1923 Zuschauern in der stimmungsgeladenen Halle „Am Hallo“ bekam das drittplatzierte Team von Murat Didin den nun elftplatzierten ETB nicht in den Griff. „Wir haben heute viele Fehler gemacht, und trotzdem hatten wir es noch selbst in der Hand, das Spiel für uns zu entscheiden“, sagte Patrick Flomo. Der US-Boy war mit 23 Zählern wieder einmal eifrigster Punktesammler auf Seiten der Baskets, hatte in der Defensive aber auch so seine Probleme.

Die stärkste Phase hatten die Gäste, nachdem Essen im dritten Viertel erstmals auf fünf Punkte davon gezogen waren. Da spielte das Didin-Team mit Kendall Chones und Patrick Flomo endlich die Physis unter den Körben aus und ging selbst mit 55:51 in Führung. Doch davon ließen sich die beherzten Gastgeber ebenso wenig beeindrucken wie von den erfolgreichen Distanzwürfen von Marin Petric und Nico Adamczak zu Beginn des letzten Abschnitts.

In einer dramatischen Schlussphase sah Essen schon wie der Sieger aus. Doch mit seinem verwandelten „Dreier“ rettete Marin Petric seine Mannschaft drei Sekunden vor der Schlusssirene in die Verlängerung. Dort spielte letztlich auch die Kraft eine entscheidende Rolle. Nach dem frühen Ausscheiden von Ceyhan Pfeil im dritten Viertel mussten Nico Adamczak und Marin Petric als deutsche Spieler bis zum Schluss durchspielen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung