Baskets kämpfen und hoffen weiter

Der Finanzmanager Musa Baser will „bis in die letzte Instanz“ um die Lizenz streiten.

Düsseldorf. Die Verantwortlichen der Düsseldorf Baskets geben nicht auf, legten deshalb fristgerecht Widerspruch gegen den nachträglichen Lizenzentzug durch „DieJungeLiga GmbH“ (DJL) ein und wollen sich auf dem Rechtsweg in die Liga klagen. Musa Baser, der sich zuletzt um die Finanzen der Baskets gekümmert hatte, glaubt fest an den Erfolg: „Wir werden unsere Rechte bis in die letzte Instanz wahrnehmen.“

Der Finanzmanager betreibt ein Buchhalterbüro in Meerbusch und spricht von „noch zu erwartenden Einnahmen in Höhe von rund 400 000 Euro“, wovon ein Betrag von 160 000 Euro noch „im Gerichtsstreit“ stehe. Wenn man diese Summe reinhole, würden die Baskets das Jahr „mit einem enormen Plus“ beenden.

Die Liga-Verantwortlichen, allen voran DJL-Aufsichtsratschef Hansjörg Tamoj, sehen das komplett anders: „Die Baskets haben sich in der vergangenen Saison Vorteile gegenüber den Konkurrenten im sechsstelligen Euro-Rahmen verschafft.“ Somit sei der Erfolg mit dem sportlich realisierten Aufstieg in die Basketball-Bundesliga auch kein Wunder gewesen.

„Wir hatten über die Jahre schon mit Bedenken gelebt“, sagt Hansjörg Tamoj. Deshalb sei die Lizenz für die vergangene Spielzeit auch nur unter Auflagen erteilt worden. Tatsächlich legten die Baskets einen Wirtschaftsplan zum Abbau der Verbindlichkeiten vor, teilten auch regelmäßig der Liga die Zahlen mit. „Sie schienen alles zu machen, alles einzuhalten.“

Doch dann brachte die Nachricht über Verbindlichkeiten gegenüber der Berufsgenossenschaft den Stein ins Rollen. Im Rahmen der Nachlizensierung sei dann plötzlich ein vorläufiger Jahresabschluss mit ganz anderen, schlechteren Zahlen eingereicht worden. Dazu kamen weitere Verstöße gegen die jüngst erneut unter Auflagen erteilte Lizenz, die deshalb nachträglich entzogen wurde.

Baskets-Finanzmanager Musa Baser beschreibt die Situation aus seiner Sicht: „Der Kampf um die Bundesliga-Lizenz hat uns zwei Monate Zeit gekostet, sonst hätten wir jetzt keine Probleme.“ Ende Juli und im August habe man das Budget erarbeitet und eingereicht, die Lizenz habe bereits vorgelegen. „Seit wir die Finanzen übernommen haben, versuchen wir, die enorm hohen Schulden von 2010 und 2011 gegenüber der Berufsgenossenschaft zu begleichen.“

Die Liga-Verantwortlichen sprechen allerdings von viel weitergehenden Verfehlungen und geben den Baskets keine realistische Chance mehr, Ende September zum ersten „ProA“-Spieltag antreten zu dürfen.

Tamoj: „Ich kann mir kein Szenario vorstellen, wie die Baskets da wieder rauskommen wollen.“ Im vergangenen Jahr durften die Düsseldorfer nach einem gerichtlich geschlossenen Vergleich letztlich noch teilnehmen — dass sich die Liga diesmal darauf einlässt, ist derzeit wohl eher unwahrscheinlich.

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