Baskets fliegen auch aus der 2. Liga

Die bereits erteilte Lizenz wird dem Club wieder entzogen. Trainer Murat Didin will „unsere Rechte einfordern“.

Düsseldorf. Bei den Düsseldorf Baskets scheinen die Lichter endgültig auszugehen. Die „Junge Liga GmbH“ (DJL) entzog dem Basketball-Zweitligisten die Lizenz für die kommende Spielzeit. Die Baskets stehen damit bereits vor dem Saisonstart als Absteiger fest.

Die Düsseldorfer haben „eine Vielzahl von Auflagen der erteilten Lizenz nicht eingehalten“, sagte DJL-Aufsichtsratsvorsitzender Hansjörg Tamoj. Nachträglich seien Tatsachen bekannt geworden, die belegen würden, dass die Voraussetzung für die Erteilung der Lizenz nicht vorgelegen habe.

Am 30. April hatten die Baskets die Spielgenehmigung unter strengen Auflagen erhalten. Zuletzt war bereits durchgesickert, dass durch die Liga eine Nachlizenzierung erfolgte. Baskets-Macher Murat Didin war wieder einmal auf Sponsorensuche in der Türkei und wollte möglichst auch die verlangte Bankgarantie beschaffen. Die nun ausgesprochene Entscheidung hat ihn tief getroffen: „Ich bin vor drei Jahren hierhergekommen, wir haben unsere Versprechen gehalten, hart gearbeitet und sind alle Schwierigkeiten angegangen.“

Didin hatte die damaligen Giants nach deren Insolvenz 2010 übernommen und eine neue Spielbetriebs-GmbH gegründet. In der abgelaufenen Saison war die Rückkehr in die Bundesliga gelungen, doch die Lizenz wurde aus wirtschaftlichen Gründen verweigert. Offenbar hatte dies auch die 2. Liga zur erneuten Prüfung motiviert.

Tamoj hatte bereits in der vergangenen Saison, in der die Zweitliga-Lizenz wegen Zahlungsproblemen nur unter strengen Auflagen erteilt wurde, einige verbale Drohungen ausgesprochen, die aber unter dem im vergangenen Juni ausgeschiedenen DJL-Geschäftsführer Nicolas Grundmann nie Wirklichkeit geworden waren.

Jetzt aber doch: „Angesichts der bereits in den vergangenen Jahren immer wieder feststellbaren Probleme blieb uns keine andere Wahl mehr“, sagte er. Die Gerüchte über unbezahlte Rechnungen und ähnliche Baskets-Verfehlungen wollten seit einiger Zeit nicht mehr abreißen. Didin will dennoch nicht aufgeben: „Wir haben eine Woche Zeit, um auf die Entscheidung der Liga zu reagieren, und wir werden unsere Rechte einfordern.“ Der einstige Basketballprofi glaubt an Missverständnisse, die es zu klären und zu korrigieren gelte.

Hansjörg Tamoj versichert jedenfalls, dass man die Entscheidung bedauere: „In der NRW-Landeshauptstadt verlieren wir einen interessanten Standort. Allerdings sehen wir uns zur Wahrung der Chancengleichheit dazu gezwungen.“ Klingt nicht so, als wenn die Tür für die Baskets noch einmal aufgeht.

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