Am Freitag fällt die Entscheidung für die Baskets

Am Freitag fällt die Entscheidung für die Baskets

Wir erklären, was passiert, wenn die Düsseldorfer Basketballer die Lizenz für die erste Bundesliga nicht bekommen sollten.

Düsseldorf. Am Freitag soll das Warten für die Düsseldorf Baskets ein Ende haben. Dann entscheidet ein Schiedsgericht, ob das Team von Trainer und Geschäftsführer Murat Didin die Spielerlaubnis für die deutsche Basketball-Bundesliga (BBL) bekommt.

Den sportlichen Aufstieg hatten Marin Petric, Patrick Flomo und Co. durch das Erreichen des Play-off-Finales in der 2. Liga „ProA“ realisiert. Allerdings behält sich die BBL vor, von jedem Team auch in wirtschaftlicher Hinsicht und bezüglich der Infrastruktur die Erstligatauglichkeit einzufordern. Da geht es unter anderem um Nachweise eines Etats von mindestens einer Million Euro und einer Halle mit mindestens 3000 Plätzen. Die Lizenz war bislang verweigert worden.

Die erste Begründung lautete, dass die Baskets wegen „mangelnder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit“ keine Lizenz bekommen sollten. Didin und seine Mitstreiter glaubten zu dieser Zeit noch an ein Missverständnis bei der Beurteilung der vorgelegten Sponsorenverträge.

Da zu diesem Zeitpunkt der sportliche Aufstieg noch nicht realisiert worden war, habe man alle Unterlagen als Absichtserklärungen der Geldgeber eingereicht. Gegen die Entscheidung legten die Baskets daher fristgerecht Einspruch ein, reichten dazu nach eigenen Aussagen unterschriebene Sponsorenverträge ein.

Wieder hieß es offiziell „mangelnde wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“. Über Details schwieg sich die BBL aus, beruft sich auf die Vertraulichkeit des Verfahrens. Was die Baskets aber erzürnte und die Beobachter tatsächlich verwunderte, war ein abschließender Satz, nach dem Ludwigsburgs Geschäftsführer Alexander Reil nicht an der Ablehnung des Einspruchs beteiligt gewesen sei.

An der ersten Entscheidung offenbar aber doch, deren Begründung in der zweiten Runde lediglich wiederholt wurde. Das hat zumindest einen faden Beigeschmack: Denn BBL-Absteiger Ludwigsburg und Alexander Reil würden womöglich mittels „Wild Card“ davon profitieren, wenn den Baskets die Lizenz verweigert und somit ein Platz in der Liga frei bleiben würde.

Zumindest ist es eine unabhängige Kommission, die am Freitag eine endgültige Entscheidung treffen soll. Die Baskets haben dafür die Unterlagen eingereicht, hoffen auf eine positive Entscheidung wollen „alle Rechtsmittel ausschöpfen“, sagt Gesellschafter und Marketingmann Cem Karasu. Man habe alles entkräftet, was es zu entkräften gab. „Unsere Anwälte haben der BBL drei unterschriebene Verträge mit einem Gesamtvolumen von über einer Million Euro vorgelegt und damit den geforderten Mindestetat schon nachgewiesen.“

Sollten die Baskets auch in dritter Instanz scheitern, bliebe der Mannschaft die bereits erteilte Zweitliga-Lizenz für die „ProA“. Doch diese gab es nur mit umfangreichen Auflagen, die Baskets stünden „unter strengerer Beobachtung als die meisten Konkurrenten“, sagt Zweitliga-Geschäftsführer Nicolas Grundmann. Bereits in der vergangenen Saison hatte es regelmäßige Kontrollen der Ligaleitung gegeben — wegen Problemen mit der Zahlungsfähigkeit hatte es die Lizenz erst verspätet gegeben.

Die wird in jedem Fall erschwert, während andere Teams bereits munter planen können. Die meisten bisherigen Baskets-Akteure wie Marin Petric, Gary Johnson und Patrick Flomo werden von ihren Agenten als „verfügbar“ geführt, Ceyhan Pfeils Wechsel nach Chemnitz steht bereits fest. Allerdings ist es im Basketball ohnehin nicht ungewöhnlich, dass Teams erst kurz vor der Saison zusammengestellt werden.

Mehr von Westdeutsche Zeitung