Düsseldorf: Als der Giants-Motor stottert, schlägt der ART zu

Düsseldorf : Als der Giants-Motor stottert, schlägt der ART zu

Im dritten Viertel setzen sich die Rather im Lokalderby der 1. Basketball-Regionalliga entscheidend ab und gewinnen dann mit 88:68.

Paulius Kleiza hat für die Wachablösung im Düsseldorfer Basketball gesorgt. Der Litauer markierte ein Viertel aller Punkte des ART und war damit maßgeblich am 88:68 (38:33) über die Giants beteiligt. Entsprechend euphorisiert präsentierte sich Kleiza nach dem Sieg. Mit halb zerrissenem Trikot ballte der 27-Jährige aus Kaunas triumphierend die Faust.

Wesentlich rationaler analysierte sein Trainer Robert Shepherd die 40 Minuten auf dem Parkett der Realschul-Sporthalle in Golzheim. „Wir freuen uns natürlich über den Erfolg im Derby. Allerdings war es nach zuvor zwei Niederlagen generell ein wichtiger Sieg. Aus dem sollten wir nun auch für die nächsten Spiele eine Menge positiver Energie ziehen“, sagte der 46-Jährige.

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle an der Tersteegenstraße entwickelte sich bei prächtiger Atmosphäre eine intensive und harte, aber stets fair geführte Auseinandersetzung. Die Hausherren erarbeiteten sich dabei leichte Vorteile, weil sie von der Rückkehr des in der Vorwoche verletzt ausgefallenen Raed Mostafa profitierten. „Seine Präsenz war enorm wichtig, da er von außen genauso stark agieren kann wie unter dem Korb“, erläuterte Shepherd. So führte das Team des Mannes aus Chicago nach fünf Minuten bereits mit 14:2, doch lautstark angetrieben von zahlreich mitgereisten Anhängern kämpften sich die Giants bis zur Pause wieder auf Schlagdistanz heran.

Das dritte Viertel aber sollte dann die Entscheidung bringen. Der Angriffsmotor der Oberkasseler geriet ins Stottern, dazu nahmen die Nachlässigkeiten in der Abwehr zu. Immer wieder wurde Kleiza unbehelligt gelassen, was der blonde Hüne effizient auszunutzen wusste. „Hinten haben wir die Dinge nicht so geregelt, wie es geplant war und nach vorne das Tempo viel zu langsam gestaltet“, sagte Giants-Trainer Gerrit Terdenge.

So war das Stadtduell nach 30 Minuten beim Stande von 69:51 dann auch schon entschieden. Zwar gaben die Giants nie auf, doch der ART hielt den derzeitigen Leistungs-Unterschied bis zum Schluss aufrecht.

Mit jetzt 14:10 Punkten liegt der Aufsteiger aus Rath vier Zähler hinter Spitzenreiter Hagen, während die Giants bei 8:16 Punkten nur die bessere Korbdifferenz von einem Abstiegsplatz trennt. Da liegt es auf der Hand, dass die Gefühlswelten der Trainer völlig unterschiedlich waren. Während Robert Shepherd von der exzellenten Leistung seiner Mannschaft begeistert war, haderte Gerrit Terdenge einmal mehr mit der fehlenden Stabilität seines Teams. „Zudem bin ich heute sehr enttäuscht darüber, dass taktische Vorgaben nicht umgesetzt worden sind“, sagte der Trainer.

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