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Funkel: Wir brauchen nichts zu ändern

Funkel: Wir brauchen nichts zu ändern

Fortunas Cheftrainer kann die Kritik an seiner Mannschaft nach „nur“ zwei Unentschieden zuletzt nicht verstehen. In Ingolstadt wartet ein sehr aggressiver Gegner.

Düsseldorf. Dass sich seine Mannschaft in einer Formkrise befindet, hält Friedhelm Funkel für eine haarsträubend falsche Einschätzung. „Allein es so darzustellen und bei den beiden jüngsten Unentschieden ein ,nur’ davorzusetzen, das kann ich nicht nachvollziehen“, sagte der Cheftrainer von Fortuna Düsseldorfer und konnte dabei seinen Ärger nicht gänzlich zurückhalten. „Wir brauchen nichts zu ändern, wir sind Tabellenführer, und ich bin hochzufrieden mit der Leistung der Mannschaft.“ Punkt, aus!

Das heißt aber nicht, dass die Fortuna jetzt konsequenterweise morgen in Ingolstadt (13.30 Uhr) problemlos einen Sieg einfahren wird. „In der 2. Liga sind die Chancen in wirklich jedem Spiel 50:50 verteilt, und jeder Gegner hat Respekt verdient“, erklärte Funkel, der dem Bundesliga-Absteiger aber offensichtlich noch größeren Respekt zollt, als anderen Gegnern. Es sei klar gewesen, dass sich die Mannschaft erstmal an die Luft in der 2. Bundesliga wieder gewöhnen musste. „Aber jetzt nach dem Trainerwechsel zu Stefan Leitl sind die Ingolstädter in die erwartete Form gekommen“, sagte Funkel, der glaubt, dass diese hochkarätig besetzte Mannschaft jetzt zu Stabilität gefunden habe.

Die Formation seiner eigenen Mannschaft hüllt er wie immer in ein Geheimnis. Auch die obligatorische Nachfrage bezüglich eines Startelf-Einsatzes von Benito „Rakete“ Raman beantwortet Funkel eher ausweichend. „Er hat sich im Training verletzt. Ob er überhaupt spielen kann, wird sich erst vor Ort klären“, sagt der 63-Jährige. Ob das eine Nebelkerze ist, um den Gegner zu verwirren oder einen Platz auf der Ersatzbank zu rechtfertigen, bleibt offen, da der Trainer auch über die Art der Verletzung keine weitere Silbe fallenlässt.

Klar ist hingegen, dass Funkel auf Kaan Ayhan (Gelb-Rot-Sperre), Florian Neuhaus (Sportgerichtsurteil) sowie den verletzten Oliver Fink verzichten muss. Zwar bietet der Kader genügend erholte Spieler, die einspringen können, ob allerdings die Qualität der drei Fehlenden ausgeglichen werden kann, ist zumindest fraglich. „Wir haben verschiedene Optionen und mit mehreren Alternativ-Formationen trainiert, um auf das erwartete heftige Pressing des Gegners reagieren zu können“, erklärte Funkel. Während in der Abwehr Robin Bormuth Abwehrchef Ayhan eins zu eins ersetzen wird, ist es schwierig, Vertreter für Neuhaus und Fink zu finden, die ähnlich, wie die beiden agieren.

Die Konsequenz daraus ist simpel: Fortuna wird erst einmal sehr viel Wert auf ein kompaktes Spielsystem legen, um dem Gegner nicht von vornherein ins offene Messer zu laufen. „Wenn man sieht, dass Frankreich mit neun Mann gegen Deutschland verteidigt und nur einen Stürmer vorne hatte, und Real Madrid es ähnlich macht, dann weiß man, dass das zum modernen Fußball gehört“, erklärt Funkel, der seiner Mannschaft in Ingolstadt aber keine völlige Defensive verordnen will. „Wir haben das im Training geübt, wie wir auch gegen solche starken Gegner offensiv Akzente setzen können.“