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Fortunas A-Jugend-Coach kritisiert die DFB-Elf

Fortunas A-Jugend-Coach kritisiert die DFB-Elf

Sinisa Suker findet das WM-Aus „absolut verdient“.

Düsseldorf. Eigentlich hätte Sinisa Suker allen Grund, die Fußball-Weltmeisterschaft mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu verfolgen. Schließlich marschierte „seine“ kroatische Nationalmannschaft verlustpunktfrei durch die Vorrunde in die Rolle des Geheimfavoriten. Doch das Aus der deutschen Auswahl verhagelte dem Fußballlehrer in Diensten der Fortuna gehörig die Laune: „Ich bin stinksauer“, sagt Suker nach dem peinlichen 0:2 gegen den krassen Außenseiter Südkorea. „Allerdings muss man eingestehen, dass das Ausscheiden absolut verdient ist.“

Nach Meinung des 44-Jährigen spielte die DFB-Elf bei deser WM am Thema vorbei. „Deutschland war Titelverteidiger, aber man hatte nicht den Eindruck, dass die Mannschaft etwas zu verteidigen hat“, äußert Suker deutliche Kritik. Das südkoreanische Team machte der Elf von Sinisa Suker stattdessen im entscheidenden Spiel deutlich vor, worauf es bei diesen Titelkämpfen bisher vor allem ankommt: „Mentalität und Bereitschaft stehen bei dieser WM im Mittelpunkt“, meint Suker. Tugenden, welche das deutsche Team in Russland vermissen ließ.

Das wiederum wirft zugleich die Frage auf, ob Bundestrainer Joachim Löw den richtigen Kader zusammengestellt hat. Auch dazu hat Sinisa Suker eine klare Meinung: „2014 hatten wir echte Typen wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. Selbst Per Mertesacker hatte einen großen Wert für das Team, obwohl er keine Stammkraft war.“ Solche Akteure vermisse man im Aufgebot für Russland.

Zwar haben auch Mesut Özil, Sami Khedira oder Toni Kroos eine beeindruckende Vita. Doch die Fähigkeit, eine Mannschaft aus schwierigen Situationen zu führen und das Zepter zu übernehmen, ging diesen in den drei WM-Spielen fast ausnahmslos ab. Gerade die vermeintlichen Führungsspieler in Mittelfeld und Angriff enttäuschten auf weiter Flur. Sinisa Suker sieht darin jedoch weniger ein Versagen bei Joachim Löw sondern ein grundsätzliches Problem: „Es bringt nichts, darüber zu diskutieren, ob nun ein Leroy Sane hätte nominiert werden müssen oder nicht. Auch er hätte das Vorrunden-Aus alleine nicht abgewendet.“ magi