Fortuna scheitert am Aluminium

Fortuna scheitert am Aluminium

Beim 0:1 in Darmstadt treffen Haraguchi und Sobottka den Pfosten. Den Düsseldorfern hilft auch eine Hälfte in Überzahl nichts.

Flutlicht, ein Gegner mit Tradition und ein mindestens genauso geschichtsträchtiges Stadion — die Rahmenbedingungen vor dem Gastspiel von Fortuna Düsseldorf am 28. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga waren von der Sorte, die jeden Spieler und viele Trainer schnell ins Schwärmen geraten lassen. Doch dafür war der Tabellenführer verständlicherweise nicht nach Hessen gereicht. Mit einem Sieg wollte die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel den nächsten Schritt in Richtung Bundesliga-Rückkehr machen. Am Ende aber musste sich die Fortuna beim erneut abstiegsbedrohten Bundesliga-Absteiger mit 0:1 (0:1) geschlagen geben. Trotz einer ganzen Hälfte mit einem Mann mehr auf dem Platz am Böllenfalltor.

Funkel ersetzte die gelbgesperrten Adam Bodzek und Niko Gießelmann durch Robin Bormuth und Lukas Schmitz. Der 64-Jährige hatte vor der Partie angemahnt, dass seine Mannschaft gegen den am tabellarischen Abgrund stehenden Gegner von Beginn an den Kampf annehmen müsse. Doch genau damit taten sich die Rot-Weißen in der Anfangsphase schwer. Nach einem Ballverlust von Florian Neuhaus scheiterte zunächst Wilson Kamavuaka an Torhüter Raphael Wolf, dann vergab Dong-Won Ji im Nachschuss (6.).

Mitte des ersten Durchgangs war die Fortuna dann endlich auf Betriebstemperatur. Ein Distanzschuss von Oliver Fink (21.) war die erste Gelegenheit, wenig später näherte sich der aufgerückte Außenverteidiger Julian Schauerte (24.) an seinem 30. Geburtstag dem Tor der „Lilien“ an. Die dritte gute Szene hatte Florian Neuhaus (34.). Doch das Tor machten die Gastgeber in Person von Tobias Kempe (38.).

Die gelb-rote Karte für Darmstadts Fabian Holland veränderte die taktische Marschroute der Darmstädter, die sich fortan zurückzogen und ab und an einen Konter fuhren. Hätte der Schuss von Genki Haraguchi (46.) statt des Pfostens von innen das Tornetz getroffen, so hätte die Partie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine entscheidende Wendung erfahren. Doch auch Marcel Sobottka hatte Pech mit Aluminium (69.). Dann wurde es ein Abnutzungskampf, in dem der Fortuna gegen tapfer kämpfende Hausherren nicht mehr viel einfiel.

Das lag zum einen daran, dass der später ausgewechselte Fabian Neuhaus als auch Marcel Sobottka das Spiel im defensiven Mittelfeld nie komplett in den Griff bekamen. Funkel wechselte offensiv, brachte Benito Raman und später Emir Kujovic. Doch auch mit drei Angreifern versandeten die Bemühungen spätestens am Strafraum.

Und so verpasste die Mannschaft von Friedhelm Funkel die Gelegenheit, von den abermaligen Patzern der Konkurrenten zu profitieren. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt aber auch sechs Spieltage vor dem Saisonende nach wie vor acht Punkte. Bester Mann auf Seiten der Düsseldorfer war Haraguchi. Doch wie glücklos die Fortuna in 45-minütiger Überzahl agierte, war nicht nur an der Szene mit dem Pfostentreffer des Japaners abzulesen. „Wir haben kein Tor geschossen, obwohl wir Chancen hatten. Es gibt so Tage. Darmstadt hat alles reingeworfen. Es war schwer, sich noch mehr Chancen zu erarbeiten. Und deshalb haben wir verloren“, sagte Funkel nach dem Spiel. Und richtete den Blick sogleich auf das Bochum-Spiel am Freitag.

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