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Fortuna hat ein neues Inklusions-Projekt​ für beinamputierte Fußballer

Amputiertenfußball : Fortuna: Neues Inklusions-Projekt

Ab sofort bietet der Verein Amputiertenfußball an und unterstützt die Entwicklung der jungen Sportart.

Fortuna Düsseldorf baut sein Engagement im Bereich der Inklusion weiter aus. „Amputierten-Fußball im Verein: Mittendrin statt nur am Rand“ heißt das neue Projekt, bei dem der Bundesligist Menschen mit Amputation die Möglichkeit bietet, an Trainingseinheiten teilzunehmen. Die erste fand am Samstag auf dem Kunstrasenplatz im Arena-Sportpark statt.

Mit einem traditionellen Kreisspiel und einem Aufwärmprogramm ging es los. Anschließend wurde das Team in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die Feldspieler auf der einen Hälfte in verschiedenen Übungen das Passspiel trainierten, kamen die Torhüter auf der anderen Seite ins Schwitzen. Anschließend ging es zur Sache: Die Zuschauer bekamen einige sehenswerte Spielzüge und zahlreiche Tore zu sehen. Und die Kicker durften einen besonderen Gast begrüßen: Thomas Röttgermann, Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf, ließ es sich nicht nehmen, persönlich am Arena-Sportpark vorbeizuschauen. Der 58-Jährige zeigte sich begeistert von der sportlichen Leistung der Fußballer mit Amputation.

Spielfeld und -dauer sowie einige andere Regeln werden angepasst

Das von der Initiative „Anpfiff ins Leben“ und der „Aktion Mensch Stiftung“ ins Leben gerufene Modellprojekt soll die Entwicklung des deutschen Amputierten-Fußball vorantreiben. Vorrangige Ziele sind dabei die Inklusion der Fußballer mit Amputation in den Trainingsbetrieb ihrer Heimatvereine und die Steigerung des Bekanntheitsgrades der Sportart. Auch die DFB-Stiftung Sepp Herberger und die DFB-Landesverbände, in diesem Fall der Fußballverband Niederrhein, fördern die Entwicklung des Amputierten-Fußballs im Rahmen ihrer Inklusionsinitiative. So soll die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf diese faszinierende Fußballfacette gelenkt und gleichzeitig die Basis des deutschen Amputierten-Fußballs gestärkt werden.

Gespielt wird nach den üblichen Fußballregeln. Es gibt jedoch kleinere Anpassungen: Es gibt kein Abseits und die Mannschaften bestehen aus sechs Feldspielern und einem Torwart, der seinen Strafraum nicht verlassen darf. Das Spielfeld ist 51 mal 31 Meter groß und der Ball darf nur mit dem Bein fortbewegt werden. Stoppen oder Weitergabe des Balles mit den Krücken wird als Handspiel gewertet. Wird die Krücke allerdings versehentlich vom Ball getroffen oder der Spieler hat dabei keine aktive Bewegung mit der Krücke ausgeführt, so läuft das Spiel weiter. Zudem ist das Tor mit zwei Mal drei Metern etwas kleiner. Die Spielzeit beträgt zweimal 25 Minuten.

Die Fortuna ist nach Anpfiff Hoffenheim und den Sportfreunden Braunschweig das bundesweit dritte Team und bringt die Sportart einen Schritt in Richtung eines eigenen Ligabetriebs. „Ich freue mich sehr darüber, dass wir uns nun auch im Bereich des Amputierten-Fußballs engagieren“, erklärt Fortunas CSR (Corporate Social Responsibility)-Direktor Paul Jäger. „Ich habe mir Amputierten-Fußball mehrfach angesehen und bin von der sportlichen Leistung beeindruckt. Deshalb unterstützen wir dieses Projekt aus voller Überzeugung. Die ersten Rückmeldungen, die wir erhalten haben, waren sehr positiv. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich für das Engagement von unserem Behindertenbeauftragten Stefan Felix bedanken.“

Christian Heintz, Leiter des Projekts „Amputierten-Fußball im Verein“ ergänzt: „Wir sind sehr stolz, mit der Fortuna einen engagierten und professionellen Bundesligaverein an unserer Seite zu wissen. Ich bin mir sicher, dass dieser Traditionsclub noch viele Spieler aus NRW und Umgebung anlocken wird.“