Fortuna Düsseldorf: Fortuna: Der richtige Umgang mit Rückständen

Fortuna Düsseldorf: Fortuna: Der richtige Umgang mit Rückständen

Fortuna punktet beim 2:2 gegen Hannover 96 zum dritten Mal in dieser Saison nach dem 0:1 — ein Zeichen von Qualität.

Düsseldorf. Spieler und Trainer gebrauchen im Fußball in schöner Regelmäßigkeit den Begriff „Moral“. Ein Punktgewinn nach einem Rückstand wird beispielsweise oft dadurch erklärt, dass die Mannschaft entsprechende Moral gezeigt habe. Auch Friedhelm Funkel verwendete den Ausdruck am vergangenen Freitag mal wieder. Seine Fortuna hatte am 14. Spieltag in der heimischen Arena dem Aufstiegsfavoriten Hannover 96 einen Punkt abgetrotzt. Nach 90 intensiven Zweitligaminuten stand ein 2:2 auf der Anzeigetafel.

„Wenn wir von Moral sprechen, muss ich die Leidenschaft und Einstellung meiner Mannschaft herausstellen“, sagte Funkel. Zum dritten Mal hatte die Fortuna in dieser Saison nach einem Rückstand noch punkten können. In Heidenheim und Braunschweig sowie im Heimspiel gegen Dresden gelang dies nicht. Vor dem Duell mit Hannover hatten die Rot-Weißen nach zwischenzeitlichem 0:2 in Sandhausen ein 2:2 mit nach Hause genommen und gegen Greuther Fürth daheim nach einem 0:1 noch 1:1 gespielt.

Die Reaktion der Fortuna auf das 0:1 gegen die spielstarken Niedersachsen beeindruckte unter dem Strich auch, weil das Team anders reagierte als beim Pokalspiel gegen denselben Gegner 30 Tage zuvor. Da zerfiel die Fortuna in ihre Einzelteile — zum bislang einzigen Mal in dieser Spielzeit. Im jüngsten Ligaspiel wahrte das Team die taktische Ordnung, blieb diszipliniert und agierte nach einer halben Stunde mutiger in der Offensive.

Achteinhalb Monate nach Funkels Amtsantritt sind Ausrutscher wie beim 1:6 in Hannover ohnehin die seltene Ausnahme geworden. Auch wenn die Fortuna es noch nicht geschafft hat, einen Rückstand in einen Sieg umzuwandeln, so ist diese Stabilität als Teil des gesamten Entwicklungsprozesses klar erkennbar. In der vergangenen Saison schoss der Gegner in 34 Ligaspielen 16 Mal den ersten Treffer. Nur zweimal (!) konnte die Fortuna anschließend noch einen Punkt verbuchen — am ersten Spieltag bei Union Berlin (1:1) und am siebten Spieltag in Bochum (1:1).

Gegen Hannover kam der Tabellensiebte gleich zweimal zurück. Im Kräftemessen mit spielstärkeren Gegnern ist das umso bemerkenswerter, wenngleich Funkel und seine Profis nicht vergessen, dass in solchen Fällen auch eine Portion Glück nötig ist. Doch das Team hat sich diese Fähigkeiten sowie das Glück in dieser Hinrunde erarbeitet. Begegnungen wie in Sandhausen und gegen Hannover wären in der Saison 2015/16 wohl verloren gegangen.

Das Unentschieden gegen die Niedersachsen war tatsächlich ein Punkt der Moral. Aber das ist nicht das Einzige, was bei dieser Fortuna derzeit offenkundig stimmt. Auch wenn Funkel immer wieder zu bedenken gibt, dass Rückschläge kommen werden und diese dazugehören.