Fortuna behält die Nerven

Norbert Meier muss das teilweise dramatische Spiel erst verdauen. Bei den Spielern ist schon Vorfreude auf Berlin da.

Düsseldorf. Norbert Meier lehnte sich zurück und ließ die 90 dramatischen Minuten gedanklich noch einmal Revue passieren. „Was ist schon in den vergangenen Jahren für die Fortuna einfach gewesen?“, frage Fortunas Trainer und wusste, dass er darauf keine Antwort erhalten würde. Das Spiel musste er erst einmal verdauen, deshalb war Berlin in den Minuten nach dem Abpfiff für Meier noch ganz weit weg.

Erst der Rückschlag, dann drehte seine Mannschaft das Spiel, um dann wieder den Ausgleich zu kassieren. „Es wurde uns wieder nichts geschenkt, und da geht auch ein Kompliment an einen sehr starken Gegner“, sagte Meier. „Es ist aber zum Glück nie zu einer Blockade gekommen.“ Das größte Lob erhielten seine Spieler, die dem Druck standgehalten haben.

„Dass die Spieler hinterher auf Ergebnis gespielt haben, ist wohl für jeden verständlich“, sagte Meier. „Jetzt ist jedenfalls sehr viel Ballast abgefallen.“ Die Mannschaft habe die Punkte geholt, die nötig waren.

Die Spieler schauten schon nach vorne. „Jetzt haben wir die Chance, auf die wir gehofft haben“, sagte Joker Ranisav Jovanovic. Der gebürtige Berliner hatte sich aber die Kölner als Gegner gewünscht. „Es werden zwei sehr schwere Spiele, deshalb müssen wir jetzt regenerieren und Kraft tanken.“ Mit einem Punkt wäre Fortunas Stürmer schon zufrieden: „Aber jedes Tor für uns in Berlin könnte Gold wert sein.“

Auf zwei Endspiele, in denen man alles abrufen müsse, freut sich Thomas Bröker, der beste Fortune am Sonntag. „Das ist ein Erstligist, deshalb müssen wir alles abrufen. Aber ich sehe die Chancen bei fünfzig zu fünfzig. Die Berliner haben ein Stück weit mehr zu verlieren als wir.“ Die Rolle des Außenseiters könnte Fortuna liegen.

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