„Final-Four in Krefeld ist unser Ziel“

„Final-Four in Krefeld ist unser Ziel“

Vor den beiden Heimspielen am Wochenende gegen Berlin und Tabellenführer Alster Hamburg spricht DHC-Trainer Nicolai Sussenburger über aktuelle Ziele und die Perspektiven.

Nicolai Sussenburger glaubt an die exzellente Perspektive, die sein Damen-Bundesliga-Team beim Düsseldorfer HC hat. Kurzfristig möchte der Hockey-Trainer das „Heimspiel“ beim Final-Four am Ende der Saison erreichen und bestenfalls Deutscher Meister werden. Wir sprachen mit dem engagierten und sehr erfolgreichen Trainer.

Herr Sussenburger, wie ist die Stimmung nach dem etwas holprigen Rückrundenauftakt der DHC-Damen mit einer Niederlage und einem knappen Sieg?

Sussenburger: Die knappe Vorbereitung wegen der Witterungsbedingungen hat uns zurückgeworfen. Darin sollte man allerdings keine Ausrede suchen, da das ja für alle Mannschaften so war. Es gibt eben einen Zusammenhang zwischen Training und Spiel bei uns. So ist auch ein Turnier mit den Westmannschaften komplett dem Schnee zum Opfer gefallen. Und so fehlen dann de facto vier wichtige Vorbereitungsspiele, um an taktischen Inhalten zu arbeiten.

Wie hat sich die personelle Lage denn gegenüber der Vorrunde und der Hallensaison verändert?

Sussenburger: Die Wechselfrist für den normalen Bundesligaspieler ist ja ohnehin der 1. August. Der Jahrgang 2000/2001 ist jetzt spielberechtigt, nachdem es in den vorherigen Jahrgängen ein kleines Loch gegeben hatte. Aber nun kommen ein paar verheißungsvolle Spielerinnen nach, die den Sprung schaffen können. Das ist aber nicht leicht, da unsere Mannschaft einen hohen Leistungsstand hat. Immerhin hat Anna-Tizia Huckemann ihre Bundesliga-Premiere gefeiert. Und auch Lisa Nolte hat am vergangenen Sonntag ihr erstes Spiel gemacht.

Wie ist die Motivation bei den etablierten Spielerinnen? Was wollen Sie erreichen?

Sussenburger: Unser Ziel war es auch, die Mannschaft zusammenzuhalten, um weiterhin die großen Ziele angreifen zu können. In dieser Saison sind es noch zehn Spiele und 30 Punkte zu vergeben. Wir stehen derzeit auf einem Final-Four-Platz, und das wollen wir bis zum Schluss auch bleiben. Das muss der erste Schritt sein. Dieses Jahr ist die Endrunde in Krefeld, also so etwas wie ein Heimspiel. Im vergangenen Jahr waren wir nur Fünfter, was auch durch das Verletzungspech erklärbar war. Ich bin ich sehr guter Dinge, dass wir zur Endrunde fahren.

War es eine Enttäuschung, letztlich so knapp den nationalen Hallen-Titel verpasst zu haben?

Sussenburger: In den vergangenen Jahren sind wir einmal Deutscher Meister geworden, haben zweimal ein Finale und einmal ein Halbfinale verloren. Natürlich wären wir gerne vier Mal Meister geworden. Aber genau daran sieht man einfach, wie eng es an der Spitze ist und wie schwierig diese K.o-Spiele sind. Überspitzt gesagt: Hätten wir ein normales Ligen-System in der Halle wie beim Fußball nur mit einer Doppelrunde wären wir Deutscher Meister geworden. Ich habe uns als konstanteste Mannschaft der Saison gesehen. Es kommt so aber auf diesem Niveau auf Kleinigkeiten an. Auch wenn diese Final-Niederlage im Penalty-Schießen sehr unglücklich war, versuche ich die Dinge sachlich zu betrachten.

Hat die Stimmung darunter gelitten?

Sussenburger: Nein, die Stimmung in der Halle und bei der Rückkehr im Club war sehr gut. Wir haben uns die gute Laune auch nicht vermiesen lassen. Es ist aber entscheidend, wie man als Team über die normalen Wochen kommt.

Wie sieht Ihre eigene Motivation aus, in Düsseldorf zu bleiben? Ihre Erfolge haben sich sicherlich herumgesprochen.

Sussenburger: Ich bin für Trainer-Verhältnisse schon lange beim DHC — mit den sechs Jahren im Sommer. Es ist aber auch alles nicht so schnelllebig wie beim Fußball. Wenn man sich den sensationell guten Weg beim DHC anschaut — wir spielen im vierten Jahr in der Bundesliga — läuft es sehr gut. Die Unterstützung vom Clubvorstand, den Sponsoren, dem Umfeld und der Stadt ist großartig. Da ist noch viel in Bewegung und das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Keine der wichtigen Spielerinnen hat uns in jüngster Zeit verlassen. In den nächsten drei Jahren werden sich in Deutschland drei Vereine besonders hervortun. Das werden Alster Hamburg, Mannheim und wir sein. Es wäre also gar nicht so leicht, sich zu steigern. Ich habe hier noch jedes Mal Spaß, wenn ich zum Training fahre.