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Cricket in Düsseldorf: Faszination des „unbekannten Sports“

Cricket in Düsseldorf : Faszination des „unbekannten Sports“

Am Sonntag findet im Nordpark das Turnier „Rainbow Championship“ statt, das Cricket in Düsseldorf bekannter machen soll und dessen Erlös krebskranken Kindern zu Gute kommt.

Düsseldorf. Kaum eine Sportart wird mit einem so hohen Zeitaufwand und entsprechender Leidenschaft betrieben wie Cricket. Das wissen die Düsseldorf Blackcaps nur zu gut. Sie sind nicht nur mit Begeisterung bei der Sache, sondern auch erfolgreiche, sportliche Botschafter der NRW-Landeshauptstadt, die sich zudem noch für soziale Zwecke engagieren. So findet am Sonntag das Cricket-Benefizturnier „Rainbow Championship“ statt, dessen Erlöse den Löwenkindern (ein Verein zur Unterstützung krebskranker Kinder) und dem Kinderhospiz Regenbogenland zu Gute kommen.

Cricket in Düsseldorf: Faszination des „unbekannten Sports“
Foto: BC

Das Turnier findet von 8 bis 18 Uhr im Nordpark, in der Nähe des Aquazoos statt. „Wer schon immer mal sehen wollte, wie Cricket funktioniert, ist dort am Sonntag herzlich willkommen“, sagt Benjamin Das, der indische Präsident der Blackcaps, die bereits seit über 20 Jahren diesen Sport in Düsseldorf betreiben. Und die Mannschaft ist sehr international aufgestellt, da dort neben Indern auch Pakistani, Engländer, Südafrikaner, Neuseeländer und Australier gemeinsam spielen und den Sport gerne hierzulande noch ein wenig bekannter machen möchten. Obwohl es in Deutschland inzwischen über 200 Cricket-Vereine gibt.

Dieses Vorhaben ist allerdings nicht ganz so leicht, trotz der Unterstützung einiger Sponsoren — an der Spitze die Stadtwerke Düsseldorf. „Es wäre schön, wenn wir mal eine richtige sportliche Heimat in der Stadt hätten“, sagt Das, der zehn Jahre lang Manager der deutschen Cricket-Nationalmannschaft war und über ausgezeichnete Kontakte verfügt. Er erklärt, das die Blackcaps früher einmal dem DSC angeschlossen waren. Doch jetzt sucht der Verein eine Anlage in der Stadt, auf der nicht nur Cricket gespielt werden kann, sondern Zuschauer auch sitzen können und ein wenig Komfort geboten bekommen (Toiletten). Bisher findet das „Gentlemen’s game“ als Provisorium im Nordpark statt, obwohl die Mannschaft NRW-Meister des Jahres 2016 ist und an der Endrunde der Deutschen Meisterschaften teilnehmen wird.

Mehrere Jahre haben die Blackcaps auch versucht, an Düsseldorfer Schulen, wie im Lessing-Gymnasium, für ihren Sport zu werben. „Leider ist dieses komplett ehrenamtlich durchgeführte Projekt mit den Schülern eingeschlafen“, erklärt der 43-Jährige Das, der sich in Düsseldorf sehr wohl fühlt. „Mir hat der Sport so viel gegeben, dass ich gerne etwas tun möchte, was Menschen hilft, die das Leben nicht so genießen können.“

So erfuhr Benjamin Das auch am Schicksal eines Nachbarjungen, der an Leukämie erkrankt war (inzwischen ganz gesund), wie wichtig ideelle und materielle Unterstützung im Kampf gegen diese heimtückische Krankheit Krebs ist. Das Turnier am Sonntag ist für jemanden, der „mit Ball und Schläger geboren“ wurde, ein Bedürfnis, zu zeigen, was man mit Sport alles erreichen kann.

Warum sich Cricket, dieser vor allem in England und im Commonwealth gespielte Sport, in Deutschland nicht so richtig durchsetzen kann, liegt vielleicht daran, dass die Menschen nicht genügend Geduld haben. International werden Spiele ausgetragen, die fünf Tage dauern. Hierzulande gibt es das T 20, eine vierstündige Variante, bei der 240 Bälle auf die Hölzer („Stumps“) geworfen werden oder auch ein Tagesspiel mit acht Stunden. Beim Turnier am Sonntag wird auf jeden Fall die Faszination des Spiels rüberkommen. Da ist sich Benjamin Das ganz sicher.