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Extremsport: Triathlon als große Leidenschaft

Extremsport: Triathlon als große Leidenschaft

Dr. Andreas Venhorst ist Human-Mediziner, aber sein Beruf steht momentan nur an zweiter Stelle.

Düsseldorf. Dr. Andreas Venhorst erfüllt sich einen Traum. Der promovierte Human-Mediziner lässt seinen Beruf für zwei Jahre ruhen und konzentriert sich voll auf den Sport. Extrem könnte man es nennen, wenn ein Arzt mit 30 Jahren dem Triathlon den Vorrang gibt.

Nicht etwa als Amateur, denn seit diesem Jahr startet Andreas Venhorst als Profi. Meistens auf der Langdistanz mit 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dem abschließenden Marathonlauf (42,125 Kilometer). "Ich will zunächst zwei Jahre bei den Profis mitmischen. Danach sehe ich weiter", sagt Venhorst, der allerdings mit dem Triathlon so gut wie nichts verdient, wie er zugibt.

"Die besten Triathleten können davon leben, aber für die anderen ist es ein Zuschuss-Geschäft. Ich finanziere das Ganze durch Ersparnisse", sagt Venhorst. "Sponsoren stehen bei mir nicht gerade Schlange, höchstens bei den besten Profis. Der Ruf der Sportart ist nicht der Beste. Sie wird gerne mit Doping in Verbindung gebracht, was einfach an der Konstellation der Disziplinen liegt."

Getestet wurde Andreas Venhorst nach eigenen Worten zwar noch nie, aber er muss sich wie in jeder anderen Profi-Sportart bereithalten und seinen jeweiligen Aufenthaltsort bei der Dopingagentur angeben.

Als wir uns vor vier Jahren erstmals trafen, saß ein junger Medizinstudent vor mir, der seine berufliche Zukunft plante und sich gerade auf den Ironman-Triathlon auf Hawaii vorbereitete. Sein Enthusiasmus und seine Selbsteinschätzung waren schon damals beeindruckend.

Die Zielstrebigkeit hat sich bis heute nicht geändert, Andreas Venhorst geht in seinem Sport voll und ganz auf, ohne die Realität aus den Augen zu verlieren. "Mediziner werden nicht nur in Deutschland gebraucht. Auch im Ausland eröffnen sich Möglichkeiten, etwa in Südafrika. Dort werden sie dringend gesucht. Allerdings ist es dort um die eigene Sicherheit nicht gut bestellt", sagt Venhorst.

Die Medizin kann momentan aber warten, dafür trainiert er 32bis 38 Stunden in 16 Einheiten pro Woche, um sich auf die Rennen vorzubereiten. Am 12. Juli startet Andreas Venhorst in Zürich, am 13. September geht es zum Triathlon nach Wisconsin, in Deutschland beispielsweise hat er bei der Veranstaltung in Roth keinen Startplatz mehr bekommen, weil das Feld komplett ist. "Die nehmen dann höchstens noch den ein oder anderen Top-Starter auf", sagt Venhorst. Dahin will der 30-Jährige erst kommen.

Allerdings gab es für ihn beim Start im schweizerischen Rapperswil-Jona einen Rückschlag, nur Platz 27. "Bei dem gut besetzten Rennen war der Wettkampf bereits nach dem Schwimmen für mich gelaufen. Die indiskutable Zeit machte das weitere Rennen leider nur zur einem besseren Training. Auf dem Rad fehlte es von Beginn an der notwendigen Kraft. Hinzu kamen noch mehrere mechanische Probleme mit dem Rad", sagt Venhorst und fügt selbstkritisch hinzu: "Dieser Wettkampf hat hoffentlich noch rechtzeitig gezeigt, dass das Schwimm- und Radtraining in die falsche Richtung gelaufen ist."

Da Venhorst seine Trainingspläne selbst aufstellt, weiß er, welchen Weg er vor den nächsten Wettkämpfen einschlagen muss.