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Eltern bringen den DHC zum Erfolg

Eltern bringen den DHC zum Erfolg

Der Aufstieg des Hockey-Clubs vom Seestern beginnt mit der Strategie der Ehrenamtlichen.

Düsseldorf. Der Düsseldorfer Hockey Club am Seestern erlebt eine atemberaubende Entwicklung. Er hat über 1500 Mitglieder, zählt zu den erfolgreichsten Sportvereinen in Düsseldorf und betreibt eine große Jugendarbeit. Es gibt 40 Mannschaften, davon 25 für die Jugend. Über 25 DHCer sind als Auswahlspieler auf allen Verbandsebenen nominiert Der Club stellt drei Spielerinnen in der Damennationalmannschaft. Die 17-Jährige Lisa-Marie Schütze wurde soeben Düsseldorfer Sportlerin des Jahres. Die WZ sprach mit dem zweiten Vorsitzenden Robert Kramer und den für den Jugendsport verantwortlichen Obleuten Sandra Pfandt Monréal und Thomas Tekotte.

„Am Anfang steht für die Fünfjährigen die Freude am Spiel. Der Wettbewerb beginnt mit sechs, sieben Jahren als Mix aus Hockeyspiel und allgemeinen sportlichen Übungen“, sagt Robert Kramer, der im Vorstand für den Leistungssport zuständig ist. Die Kinder müssten verspielt bleiben. Der Ehrgeiz wachse mit dem Trainer und seinen Übungen. Eine Zauberformel gebe es nicht. Kramer sagt: „Letztlich müssen die Kinder auch gewinnen wollen. So ist das halt mit allem im Leben.“ Denn niemand werde mit Samthandschuhen angefasst. Zum Training gehöre ein Großteil Disziplin.

Sandra Pfandt Monréal, Obfrau für die männliche Jugend, fügt hinzu: „Die Kinder merken sehr schnell, dass sie sich in unser Mannschaftskonzept einbringen müssen. Wer das nicht will, hört eben auf. Aber wer gewinnt, entwickelt den Ehrgeiz, das nächste Mal auch zu gewinnen.“

Der Erfolg im DHC kommt nicht von selbst, vielmehr wird das Vereinsleben den Kindern systematisch schmackhaft gemacht. Thomas Tekotte, Sportobmann für die weibliche Jugend, spricht vom „Wir-Gefühl als DHC.“ Das beginne bei der Schnitzeljagd für die Kleinen, dem Übernachten im Zelt für die Jugend und ende beim Weihnachtsessen für die Erwachsenen. Die ehrenamtlichen Obleute bieten ein volles Programm auch außerhalb des Sportplatzes an, dazu gehören Hockey-Camps, Pfingstturniere mit Zeltlager und Karnevalsvergnügen. Die Organisation rund um die Spiele, den Fahrdienst, die Elternbetreuer pro Mannschaft, all das organisieren die Ehrenamtlichen.

Gelockt werden die Eltern. Wie das geht, erklärt der Vize-Chef: „Grundsätzlich werden die Kleinen samstags morgens trainiert, wenn selbst Väter Zeit haben. Damit auch die Eltern bei der Stange bleiben, die nie einen Hockeyschläger in der Hand hatten, gibt es Eltern-Hockey. So fügen sich die Eltern in den Club. Die Strategie des Vorstands beginnt in der Grundschule Wickrather Straße, zu der es vom Sportplatz einen direkten Durchgang gibt. Thomas Terkotte betont die enge Zusammenarbeit zwischen Club und Schule, wenn er sagt: „Bei Schulhockey-AGs gehen unsere Trainer in die Schule. Teilweise absolvieren die Schulen aber auch den Sportunterricht auf unsere Anlage.“ Darüber hinaus gebe es im Comenius-Gymnasium eine AG für talentierte Hockey-Spieler.

Auf einen Trainer kommen zehn Kinder. Geübt wird nach Jahrgängen und Leistungen. Denn manche Kinder sind Frühentwickler, manche Spätentwickler. Möglich ist dies, indem der DHC die mit Abstand stärkste Jugendabteilung im westdeutschen Hockeyverband hat. Auf Bundesebene buhlt er mit einem Verein aus Hamburg um die Spitze.