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Ein grandioser Sieg für die DEG

Ein grandioser Sieg für die DEG

Das Team von Christof Kreutzer steht nach dem 2:1-Erfolg in Hamburg im Halbfinale. Ingolstadt ist dann der Gegner.

Hamburg. „Die DEG ist wieder da!“ „Halbfinale ist schön!“ „Deutscher Meister wird nur die DEG!“ Der späte Dienstagabend in der Hamburger Arena am Volksparkstadion wurde eine einzige rot-gelbe Party. Rund 400 mitgereiste Fans bejubelten den 2:1(0:0/1:1/0:1)-Sieg der Düsseldorfer EG im siebten und entscheidenden Viertelfinalspiel der Play-offs der Deutschen Eishockey Liga wie eine Meisterschaft. Noch lange sangen und feierten sie auf den Rängen ihre Helden.

„Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft. Das war wie in einem Drehbuch, aber das ist ja fast schon zu kitschig“, sagte ein völlig aufgelöster und überglücklicher DEG-Trainer Christof Kreutzer nach dem ersten „Game 7“ seiner jungen Trainerkarriere, die eng verbunden ist mit diesem Düsseldorfer Eishockey-Märchen in der Saison 2014/2015. Nachdem die DEG bereits überraschend direkt ins Viertelfinale einzogen war, schaltete sie dort nun auch die favorisieren Hamburg Freezers in einer packenden Serie aus.

Sechs Spiele hatte es bis zum Dienstagabend gegeben, und sechs Mal hatte das Heimteam gewonnen. „Aber in einem siebten Spiel gibt es keinen Heimvorteil“, hatten die Düsseldorfer in den vergangenen Tagen immer wieder gesagt. Und dass so ein siebtes Spiel in der Tat kein normales ist, wurde bereits im ersten Drittel deutlich, nachdem beide Mannschaften und die Arena vor dem Spiel ihre Anteilnahme für die Opfer der Flugzeug-Katastrophe kund getan hatten. Ungewohnt passiv präsentierten sich zunächst beide Teams.

Anstatt mutig vorne drauf zu gehen, ging es den Mannschaften vor allem darum, die neutrale Zone zu verdichten, um dem Gegner keine Chance zu geben, mit Tempo ins Angriffsdrittel zu stürmen. Torchancen waren entsprechend Mangelware. Bis auf einen gefährlichen Konter, als Garrett Festerling und Druval Westcott alleine auf das Düsseldorfer Tor zustürmten und ihren Meister im erneut glänzend aufgelegten Tyler Beskorowany fanden, hatte der DEG-Torhüter eher wenig zu tun. Was im Vergleich zu Freezers-Goalie Sébastien Caron aber noch viel war.

Nicht eine echte Chance erspielten sich die Gäste in den ersten 20 Minuten. Erst im zweiten Abschnitts gab es die ersten Tore. Und dafür brauchte es erst ein Überzahlspiel der Hamburger. Doch es waren die Rot-Gelben, die plötzlich jubelten, weil die Freezers die Scheibe verloren, Daniel Kreutzer Manuel Strodel auf die Reise schickte und der Caron mit einem ebenso trockenen wie platzierten Schuss keine Chance ließ. Lange hielt die Freude allerdings nicht. Nur drei Minuten später stand es 1:1. So ging es mit einem Unentschieden ins letzte Drittel. Doch nur 28 Sekunden später jubelten erneut die DEG-Fans, als Michael Davies Travis Turnbull bediente und der zum 2:1 abfälschte.

Danach kontrollierte die DEG das Geschehen, ehe sich die Ereignisse in der Schlussphase überschlugen. Erst traf Stephan Daschner den Pfosten, dann schoss Bernhard Ebner in Überzahl aus spitzem Winkel über das leere Tor, ehe auch die Freezers ihre Riesenchance hatten. Westcott lief plötzlich allein auf Beskorowany, traf aber nur den Pfosten. So mussten die Düsseldorfer bis zum Ende zittern. Doch mit vereinten Kräften und vor allem Beskorowany hielt die Führung. Nun geht es am Freitag im Halbfinale in Ingolstadt weiter. Das Düsseldorfer Eishockey-Märchen ist noch nicht vorbei.