Düsseldorfer Wasserballer nehmen die Hürde München

Düsseldorfer Schwimmclub : Wasserballer nehmen die Hürde München

Der DSC 1898 gewinnt sein Pokalspiel mit 12:9 in der bayerischen Landeshauptstadt. In der dritten Runde wartet nun der Deutsche Rekordmeister aus Berlin.

So ein Pokalauftritt als Erstligist bei einem Zweitligisten ist immer undankbar. Gewinnt man, entspricht es den Erwartungen. Verliert man, ist das Gemecker groß. Das wussten sie auch bei den Wasserballern des Düsseldorfer Schwimmclubs. Und dennoch vergaßen sie nicht, darauf zu verweisen, dass sie bis vor wenigen Monaten selbst noch in der zweiten Liga gespielt hatten und der Gegner aus München dort zu den Topteams gehört. Die Favoritenrolle war also längst nicht so klar verteilt, wie es auf den ersten Blick den Anschein hatte. Doch am Ende ging alles gut, die Düsseldorfer setzten sich mit 12:9 durch und zogen in die dritte Runde ein.

Dabei half natürlich der gute Start in der Münchener Olympiahalle: Bereits nach fünf Minuten führte der Düsseldorfer SC durch Treffer von Mihael Petrov in Überzahl, Timo Gonzalez aus dem Center und Yonatan Rudnik mit einem sehenswerten Rückraumwurf mit 3:0. Zwar konnten die Münchener noch auf 1:3 verkürzen, doch noch vor der ersten Pause markierte Sommerzugang Thomas Hunt mit einem Überzahltreffer das 4:1.

Im zweiten Viertel wurde das Spiel zunehmend hektisch. Eine konsequente Linie der Unparteiischen sowie die noch ungewohnten Regeländerungen führten zu zahlreichen Zeitstrafen auf beiden Seiten. München gelang in Überzahl das erste Tor des zweiten Abschnitts, aber die Düsseldorfer antworteten mit Treffern von Mihael Petrov und Carlo Pavljak und führten zwischenzeitlich mit 6:2. Den Hausherren gelang es jedoch, vergebene Chancen des DSC zu bestrafen und sie verkürzten bis zur Pause durch drei Überzahltreffer auf 5:6.

Den durch eine hohe Zahl an Zeitstrafen belasteten Düsseldorfern drohte das Spiel aus den Händen zu gleiten und so musste Cheftrainer Gabor Bujka in der Halbzeitansprache die passenden Worte finden — mit Erfolg. Durch Tore von Petrov, Pavljak, Hunt und Joost van Kaathoven erspielten sich die Gäste eine komfortable Fünf-Tore-Führung. Aufgrund einer soliden Defensivarbeit und starken Paraden von Torwart-Neuzugang Tomo Bujas gelang den Münchenern im dritten Viertel nur ein Treffer. Mit 10:6 ging es in das letzte Viertel.

Die weiterhin hohe Belastung an persönlichen Fehlern führte dazu, dass die Düsseldorfer nur noch zwei Feldspieler auf der Bank hatten. So galt es, die Führung zu verteidigen und insbesondere in der Defensive achtsamer zu agieren. Die Entscheidung zugunsten des DSC fiel dann durch zwei verwandelte Fünf-Meter-Strafwürfe der Debütanten Hunt und Joseph Hubble, die das Zwischenergebnis auf 12:6 aus Gästesicht erhöhten. Den Hausherren gelangen zum Ende des Spiels noch drei weitere Treffer, die folgenlos bleiben sollten. Mit 12:9 entschieden die Wasserballer des DSC das Spiel in der bayrischen Landeshauptstadt für sich.

„Es ist schade, dass die Hauptrolle im Spiel bei den Unparteiischen lag und es somit ein Spiel mit insgesamt 39 persönlichen Fehlern und auch vielen Offensivfouls war. Dies lag möglicherweise auch an den neuen Regeln, an die wir uns noch anpassen müssen“, sagte Cheftrainer Bujka.

Hinterher ging es dann versönlicher zu: Der ehemaligen Düsseldorfer Jonas Lindner organisierte einen geselligen Abend für beide Teams im Münchener Augustinerkeller. Dort erfuhren die Wasserballer von ihrem besonderen Los der dritten Pokalrunde: Die Düsseldorfer erwarten den Deutschen Rekordmeister, amtierenden Meister und Champions-League-Teilnehmer  Wasserfreunde Spandau 04  aus Berlin.

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