Düsseldorfer Wasserballer freuen sich auf erstes Bundesliga-Heimspiel

Wasserball : „Es liegen Welten zwischen den Ligen“

Joost van Kaathoven, Kapitän der DSC-Wasserballer, über das erste Heimspiel am Sonntag nach dem Aufstieg in die Bundesliga.

Endlich Bundesliga zu Hause. Die Wasserballer des Düsseldorfer Schwimmclubs von 1898 erwarten am Sonntag um 17 Uhr im Rheinbad die SGW Köln als Gegner zum ersten Heimspiel nach dem Aufstieg. Die Spannung steigt auch bei Kapitän Jost van Kaathoven.

Herr van Kaathoven, sind Sie besonders aufgeregt vor dem ersten Heimspiel?

Van Kaathoven: Ein bisschen schon. Zu Hause zu spielen, ist immer etwas besonderes – egal in welcher Liga und das erste Bundesliga-Spiel nach vielen Jahren erst recht. Wir erwarten etwa 100 Zuschauer, das ist schon eine ganze Menge, etwa doppelt so viele wie bei einem normalen Bundesliga-Spiel. Letztes Wochenende beim Auswärtsspiel in Duisburg waren auch schon einige Düsseldorfer mit, auch die freuen sich jetzt auf die Heim-Premiere.

Wie sehen Sie die Chancen gegen Köln?

Van Kaathoven: Als Aufsteiger sind wir nie Favorit, und Köln hat ganz andere Ambitionen als wir. Es wird wahrscheinlich etwas schwieriger.

Wo sehen Sie sich nach dem ersten Wochenende? Sie haben gegen Würzburg knapp gewonnen und gegen Duisburg knapp verloren...

Van Kaathoven: Mit einem Sieg und einer Niederlage aus den ersten beiden Spielen können wir zufrieden sein. Würzburg als Mitaufsteiger zu besiegen, das war wichtig. Ich denke, das wir das Zeug haben, uns im Liga-Mittelfeld zu platzieren.

Haben Sie schon einen Unterschied zur 2. Bundesliga festgestellt?

Van Kaathoven: Die Qualität – da liegen Welten zwischen der ersten und zweiten Liga. Die Bundesliga ist professioneller, da gibt es Mannschaften, die echte Profi-Spieler haben. In der 2. Bundesliga ist es reines Hobby, und alle waren Amateure. Es wird etwas körperlcher gespielt, aber das Spiel ist nicht aggressiver.

Wie haben Sie sich auf die Liga vorbereitet?

Van Kaathoven: Wasserball ist ohnehin sehr trainingsintensiv und aufwendig. Aber in dieser Saison haben wir uns auch unseren Schwimmtrainer Thorsten Petsch dazu geholt, der macht jetzt die ganze Saison montags Konditionstraining, nur um das Niveau hoch zu halten. Die letzten Wochen haben wir viel trainiert und Testspiele gegen körperlich starke Mannschaften gemacht, um uns an das Niveau zu gewöhnen. Wir haben uns intensiver vorbereitet als in anderen Jahren.

Wie läuft die Liga, die Bundesliga ist ja zweigeteilt?

Van Kaathoven: Die Bundesliga ist aufgeteilt in Pro A und Pro B. In jeder Gruppe spielen acht Mannschaften. Wenn die Vorrunden zu Ende sind. Dann spielen die unteren vier um den Abstieg, wir gehen davon aus, dass wir dann dabei sind. Die ersten vier der Pro B spielen eine Runde mit den unteren zwei in der Pro A. Die besten zwei dieser Runde qualifizieren sich für die Pro in der nächsten Saison. Die oberen Teams in der Pro A machen dann den Meister unter sich aus.

Wie liefe dann die Abstiegsrunde, wenn Sie dabei sein sollten?

Van Kaathoven: Die unteren Vier spielen dann gegeneinander, nehmen aber die Punkte aus der Vorrunde mit. Wir haben jetzt schon zwei Punkte gegen Würzburg geholt. Wenn wie gemeinsam mit Würzburg in die Abstiegsrunde kämen, dann hätten wir schon zwei Punkte mehr als Würzburg. Das ist wichtig, weil nur der Letzte der Abstiegsrunde direkt absteigt. Der Vorletzte hat noch die Chance, über ein Relegationsturnier den Klassenerhalt zu schaffen. Deshalb glauben wir nach dem ersten Wochenende, dass wir eine realistische Chance haben, drin zu bleiben.

Was ist das Ziel fürs Wochenende?

Van Kaathoven: Man weiß es nie. Wir haben gegen Duisburg mit zwei Toren verloren, und Duisburg hat nur knapp gegen Köln verloren. Deshalb ist es schwer einzuschätzen, wie stark Köln wirklich ist. Wir starten bei 0:0 und wollen das Spiel so lange wie möglich offen halten. Die Mannschaft ist am Wochenende eigentlich ganz gut besetzt. Deshalb ist alles  – gerade gegen ein Kölner Team – möglich. pike

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