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Düsseldorfer Ruderin Leonie Menzel gewinnt sensationell EM-Gold

Rudern : Düsseldorferin Leonie Menzel gewinnt sensationell EM-Gold

Die 20-Jährige vom Ruderclub Germania aus Hamm gewinnt den EM-Titel im Doppelzweier mit Carlotta Nwajide. Fährt sie nun auch zu Olympia 2020 nach Tokio? Silber gibt es für Leonie Pieper im Leichtgewichtseiner.

Erst seit der Internationalen Regatta in Duisburg Mitte Mai bildet Leonie Menzel vom Ruderclub Germania im Doppelzweier ein Team mit der Hannoveranerin Carlotta Nwajide. Umso erstaunlicher ist der beinahe sensationelle Erfolg des Duos bei den Europameisterschaften in der Schweiz. Auf dem Rotsee in Luzern holten sich Menzel und Nwajide nach Erfolgen im Vorlauf und Halbfinale die Goldmedaille. „Ich komme nicht klar, mir fehlen einfach die Worte“, sagte die 20-Jährige vom RCGD über ihren Traumeinstand im A-Bereich. „Wir sind mit einer für unsere Verhältnisse extrem hohe Schlagzahl durchgefahren. Die Bedingungen waren einfach super“, ergänzte Carlotta Nwajide.

Nach einem schnellen Start setzten sich Menzel und Nwajide im Finallauf direkt mit einer halben Bootslänge Vorsprung von der Konkurrenz ab. Bei der 1000-Meter-Marke war der Vorsprung auf die zweitplatzierten Rumäninnen bereits auf eine Bootslänge angewachsen. Auch als diese noch einmal das Tempo verschärften, ließen sich die Athletinnen von Trainer Thomas Affeldt nicht verunsichern und ruderten den Sieg ungefährdet ins Ziel. „Leonie und Carlotta haben das super gemacht“, zollte Bundestrainer Ralf Holtmeyer den neuen Europameisterinnen Respekt.

Leonie Menzel (links) und Carlotta Nwajide düpierten bei der Ruder-Europameisterschaft in Luzern die Konkurrenz im Doppelzweier. Foto: MeinRuderbild.de

Für Leonie Menzel steigen nach den erfolgreichen vergangenen Monaten nun die Chancen, endgültig aus dem Nachwuchs- in den Seniorenbereich aufzusteigen. Als sie Ende Januar im Capitol Theater zum zweiten Mal als „Düsseldorfs Sportlerin des Jahres“ geehrt wurde, hatte Menzel noch erklärt, dass die Olympischen Spiele 2024 in Paris das große Ziel seien und die Wettkämpfe in Tokio 2020 noch zu früh für sie kämen. Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der U 23-WM im polnischen Poznan im vergangenen Jahr und dem unerwarteten Triumph in Luzern scheint es nun durchaus denkbar, dass die Biologiestudentin vielleicht bereits in Japan zum Olympia-Kader gehören könnte — auch, wenn es bis dahin natürlich noch ein weiter Weg ist. Wie schnell es aber gehen kann, hat die Europameisterschaft in der Schweiz bewiesen. „Wir wollen so weit wie möglich nach vorne fahren“, hatte Menzel vor der Abreise im WZ-Interview erklärt und damit eine klare Zielsetzung vermieden. Doch weiter nach vorne konnte es für die gebürtige Mettmannerin nun gar nicht gehen.

Leonie Pieper erreicht über den Hoffnungslauf das Finale

Die zweite Medaille für den RC Germania erruderte Leonie Pieper (links) im Leichtgewichtseiner. Foto: MeinRuderbild.de

Ebenso über Edelmetall freuen durfte sich Leonie Pieper. Die 26 Jahre alte Düsseldorferin, die im vergangenen Jahr international nicht gestartet war, gewann im Leichtgewichtseiner die Silbermedaille, nachdem sie sich zuvor über den Hoffnungslauf für das finale Rennen qualifiziert hatte. „Ich hatte mit einer Medaille geliebäugelt, aber nicht fest damit gerechnet. In so einem Rennen muss man es ja auch erst einmal zeigen. Ich wollte die ersten 1000 Meter relativ ruhig mein Ding machen und dann hab ich den Fokus ganz auf die zweiten 1000 Meter gelegt, um dann noch einmal zu fighten“, erklärte Pieper, die im Finale nur der Italienerin Federica Cesarini den Vortritt lassen musste, ihre Renntaktik.

Bei insgesamt neun Finalteilnahmen gab es für den Deutschen Ruder-Verband auf dem Rotsee fünf Gold, eine Silber- und eine Bronzemedaille. Damit beendete der DRV die EM in der Schweiz auf Rang eins der Nationenwertung — auch ein Verdienst der beiden Leonies vom RC Germania, die bestimmt schon das nächste Großereignis im Blick haben. Vom 25. August bis zum 1. September findet im österreichischen Linz die Weltmeisterschaft statt. Und vielleicht können die Düsseldorfer Ruderinnen und Ruderer auch auf der Donau für ähnliche Erfolge sorgen.