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Düsseldorfer Leichtathleten bei U16-DM und Unger-Spielen aktiv

Leichtathletik : Unger-Spiele beim ART finden ohne die Top-Talente statt

Elf der besten Düsseldorfer Nachwuchs-Athleten nehmen zeitgleich an der U 16-DM in Bremen teil. Jessie Maduka startet in Bottrop.

Bisher stehen erst 259 Namen in den Starterlisten für die 73. Wilhelm-Unger-Spiele des ART am Sonntag (10 bis 17.30 Uhr) im Rather Waldstadion. Diese kommen aus 55 Vereinen, der Großteil aus dem westdeutschen Raum. Der ART hat in diesem Jahr Pech mit der Terminierung des nach dem Süchtelner Bergfest zweitältesten Vereins-Sportfestes in Deutschland. Es steht in unmittelbarer Konkurrenz-Situation mit der NRW-Gala, den NRW-Meisterschaften in Bottrop und der U 16-DM in Bremen, wo allein die elf besten Düsseldorfer Nachwuchs-Athleten an den Start gehen werden und daher bei den Unger-Spielen im Waldstadion vermisst werden.

Auch Jessie Maduka (ART), erfolgreiche EM-Teilnehmerin des vergangenen Jahres in Berlin beim Dreisprung, ist nicht in Rath, sondern in Bottrop beim Weitsprung dabei. Der SFD-Top-Langstreckler Maximilian Thorwirth — aktuelle Nummer 1 in Deutschland über 3000 Meter — steht auch in Bottrop in der Meldeliste, allerdings für den 1500-Meter-Lauf. Er wird nach Ausheilung einer Erkrankung aber nicht starten, sondern im Rahmen der SFD-Vereinsmeisterschaften (Samstag von 13 bis 17 Uhr im Sportpark Niederheid) einige Trainingsläufe mit den Vereinskollegen bestreiten. Erst in der kommenden Woche wird Thorwirth bei Events in Belgien seine Jagd nach Bestzeiten fortsetzen.

Doch an besonders interessanten Wettbewerben fehlt es in Rath natürlich trotzdem nicht. Orga-Chefin und ART-Geschäftsführerin Andrea Remus macht besonders auf den 100-Meter-Lauf um 13.15 Uhr aufmerksam. In diesem ist unter anderem der 25-jährige Marcel Böttger (DJK Annen, Bestzeit 11,48 Sekunden) dabei. Er ist blind und bedarf natürlich fremder Hilfe an einer kurzen Leine, die ihm der mit 42 Jahren noch immer voll aktive Olympia-Top-Sprinter Alexander Kosenkov (TV Wattenscheid) bietet. Kosenkov hätte auch in Bottrop bei der Gala aussichtsreich rennen können, entschied sich aber für die Veranstaltung in Rath.

Um 16 Uhr steht am Sonntagnachmittag noch ein besonderer Höhepunkt an. Die 17 Jahre alte ART-Weitspringerin und Siebenkämpferin Daniela Kreft, österreichische U 20-Hallenmeisterin und Dritte der Staatsmeisterschaften, hat vom österreichischen Leichtathletik-Verband noch eine besondere Chance bekommen. Springt sie 6,10 Meter weit, dann winkt die Nominierung für die U 20-EM in Boras. Beim Weitsprung ist auch die U 20-Hallen-DM-Dritte, Annkathrin Hoven  vom ART, die in dieser Saison bei einer Bestweite von 6,02 Meter steht, dabei. Gleiches gilt für die NRW-Vizemeisterin der U 18, Lea Dreilich (ART), und Jule Dormat, aktuelle  NRW-Meisterin im Stabhochsprung.

Für eine Reihe von U 20- und U 18-Athleten markiert dieses Wochenende auch die Deadline für die Normen für die Jugend-DM in 14 Tagen in Ulm. Der 18-jährige Dennis Trukawka (ART) will beim Dreisprung seine ultimative Normchance nutzen. Bei den NRW-Meisterschaften im Rahmen der Ruhr Games vor zwei Wochen in Duisburg war er als Vizemeister auf 13,51 Meter gekommen — 19 Zentimeter zu wenig für Ulm.

Wegen der geringeren Teilnehmerzahl hat ART-Leichtathletik-Chef Jochen Grundmann einen neuen Zeitplan herausgegeben: „Ich habe den Ablauf nochmals gestrafft.“

Küppers und Wireko haben in Bremen gute Medaillenchancen

Elf Leichtathleten bis 15 Jahre aus Düsseldorfer Vereinen qualifizierten sich für die Deutschen Schüler-Meisterschaften der U 16 am Samstag und Sonntag in Bremen. Besonders im Blickpunkt werden die 15 Jahre alte Angermunder Hochspringerin Julia Küppers und der ASC-Alleskönner Joel Wireko stehen, die beide sehr gute Medaillenchancen haben. Küppers sprang bereits mehrmals 1,72 Meter hoch, ist damit in ihrer Altersklasse die Nummer eins der Meldeliste und wurde zuletzt auch NRW-Meisterin bei den Ruhr Games in Duisburg.

Dort hatte auch Joel Wireko mit der Weite von 15,88 Meter das Kugelstoßen gewonnen und zudem beim Diskuswerfen mit 50,14 Meter Silber geholt. Mit seiner Bestleistung von 3,80 Meter beim Stabhochsprung hofft auch Lorenz Raschke (ART) auf eine sehr gute Platziereung in Bremen. Genau wie Dorina Tawiah vom ASC im Sprint über 80 Meter Hürden. Mit ihrer Schwester Dörte läuft sie darüber hinaus in der Sprintstaffel (zusammen mit Hannah Leibmann/ART, Katharina Kemper/TV Angermund und Lea Beister/ASC). Beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) hatte man sich schon auf die Düsseldorfer Tawiah-Drillinge gefreut, doch Dorinda Tawiah war mit ihrem Staffelquartett um 0,1 Sekunden an der DM-Norm vorbeigesaust, so dass sie in Bremen nur zuschauen darf.

Bei den Jungen läuft ebenfalls ein Düsseldorfer Quartett. Zu diesem gehören Luban Haque und Lorenz Rascke vom ART sowie Vielstarter Joel Wireko und Leon Grünwald vom TV Angermund.